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Cypreſſe, von einer Quelle gewäſſert. Am Fuße der Cypreſſe ſtand ein Altar, dem Romulus geweiht. Eine Schlange ſtürzt plötzlich ziſchend unter dem Altar hervor, den Rücken mit blutigen Flecken gezeichnet; ſie umſchlingt den Cypreſſenſtamm. Im Laubdach, auf dem höchſten Zweige, bargen drei Sperlinge ſich im Neſt; ſie verſchlingt der fürchterliche Drache: die Mutter flattert ſtöhnend um ihr Neſt; auch ſie haſcht bei den Fitt'gen bald das erbarmungsloſe Unthier, und würgt ſie, ihres Schrei'ns nicht achtend. Das Wun⸗ der ſchreckte Diokletian; er ließ Tages, der Zeichen⸗ deuter Oberhaupt, ſich rufen. Heimlich von Galerius gewonnen, der Götzen fanatiſcher Verehrer, ruft
Tages aus:
„Der Drache iſt, o Fürſt, des neuen Glaubens Bild, der die zwei Caeſarn und das Haupt des Rei⸗ ches zu verſchlingen ſich bereitet! Strafe die Feinde der Götter, und wende ſo den Zorn des Himmels ab.“
Der Allmächtige ergreift die goldne Waage, auf denen er der Könige und der Reiche Looſe wiegt: Dio⸗ kletians Loos fliegt hoch empor auf ſeiner Schaale. Der verworfne Kaiſer fühlt ungewohnte Verwandlung in ſeinem Buſen; er ſcheint ſich nun vom Glück ver⸗ laſſen; die Parzen, erträumte Göttinnen, die er ver⸗ ehrt, ſcheinen ſchneller ſeiner Tage Faden ihm zu ſpin⸗ nen. Er ſieht nicht mehr mit hellem Blick die Men⸗ ſchen und ihre Leidenſchaften, und giebt den ſeinigen ſich hin: er befiehlt: die Chriſtendiener des Pallaſts


