Teil eines Werkes 
1. Theil (1810)
Entstehung
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Fürſt, ſpricht der Menſchenhirt zum Kaiſer: ſieh hier die Kirchenſchätze, das Geſchmeide, die prunkenden Gefäße, Chriſtus goldne Kronen!

Röthe jagte auf des Fürſten Wange dieſe ſtrenge, rührungsvolle Lehre. Schrecklich iſt der Herrſcher, an Hochherzigkeit beſiegt: es glaubt die Macht, von edlem Trieb geſpornt, die Tugend ſtets ihr Eigenthum ſo glaubt männlich ſtarke Jugend für ſich die Schön⸗ heit ſtets geſchaffen weh dem, der ſie die Eigen

ſchaften, die Grazie fühlen läßt, die ihr noch man⸗ geln!

Satan benützt den Augenblick der Schwäche Diokletians Rachgefühl mit des Aberglaubens Schreck⸗ niſſen allen zu verſtärken. Bald ſtocken plötzlich alle Opfer; die Prieſter ſagen, der Chriſten Gegenwart entferne des Vaterlandes Götter; bald erſcheint man⸗ gelhaft der Opfer Leber; die Eingeweide, geſprengt mit blauen Flecken, bieten nur Trauerzeichen dar; die Götterbilder, auf ihre Polſter hingelagert, wenden die Blicke weg von ſelbſt ſchließen ſich der Tempel Pforten; von verwirrtem Getöſe ertönen die heil'gen Hölen. Jeder Moment bringt Rom die Kunde neuer Wunder; verſagt hat ſeiner Fluten Zoll der Nil; der Donner brüllt; die Erde bebt; Flammen ſpeien die Vulkane; Peſt und Hunger verwüſten des Orients Provinzen; im Weſten ſtürmt gefahrenvoller Aufruhr, fremde Kriege; alles verſchulden der Chriſten Frevel.

In den weiten Räumen des Pallaſtes Diokletians, in der Mitte des Gartens der Thermen, grünte eine