Teil eines Werkes 
1. Theil (1810)
Entstehung
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auf dem Berge beten; vor meinem Tode will ich noch zu dir ſprechen.

Lang malte der Anachorete mir des Glaubens und des Guten Schönheit, das er über den Menſchen⸗ ſtamm einſt ausſtrömen wird. Sonderbare Contraſte webten in des Greiſen Reden. Kindlich unbefangen war er, der Natur ſich überlaſſend; die Welt, ihre Größen, Wonnen, Leiden, alles ſchien von ihm ver⸗ geſſen oder nie von ihm gekannt. Doch, ſtieg Gott in ſeine Seele nieder, dann wurde er des Geiſtes voll; Vergangenheit und Zukunft lagen vor ſeinem Blicke offen da. So fanden zwei Menſchennaturen in einer Körperhülle ſich vereinigt; nicht ließ es ſich entſchei⸗ den, ob Paulus der wiſſensloſe oder Paulus der Pro⸗ phet Bewundrung mehr verdiene; denn der Einfalt des erſten war des letztern Göttlichkeit gewährt.

Lehren gab mir Paul, voll ernſter Sanftmuth, voll anmuth'ger Weisheit, und hieß ein Loblied mich mit ihm dem Schöpfer ſingen: er ſtand auf und ſtimmte, unter der Palme ſtehend, die Himne an:

Gelobt ſeiſt du o Herr, Gott unſrer Väter, du haſt nicht meine Niedrigkeit verſchmäht!

Einſamkeit, meine Gattinn, du verlierſt den Bewohner, dem du Süßigkeit geſchenkt!

Keuſch muß der Leib, der Mund muß rein, vom Himmelslicht des Einſiedlers Geiſt erleuchtet ſeyn!

Heil'ge Trauer der Buße, durchbohre meine Seele, einem goldnen Stachel gleich, und erfülle ſis mit Himmelsſchmerz. Mütter der Tugenden ſind

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