Teil eines Werkes 
1. Theil (1810)
Entstehung
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16 meine Mutter, die du ſchon gefällt, ſie prunkte mit eitlem Stolze nie auf mein Gebohrenſeyn.“

Bei dieſen Lauten bellt der Hund, der Jäger er⸗ wacht.— Erſtaunt, die Jungfrau knieend zu erbli⸗ cken, erhebt er ſich raſch.

„Biſt du“ ſpricht Kymodokä verwirrt, noch im⸗ mer knieend,„der Jäger Endymion nicht?“

„Und du“ verſetzt ihr eben ſo beſtürzt der Jüng⸗ ling,„du biſt ein Engel nicht?“

„Ein Engel?“ entgegnet Demodokos Tochter.

Verwirrt ſpricht nun der Fremdling:„Weib, erhebe dich, vor Gott nur ſoll man knieen!“

Nach eines Augenblickes Schweigen beginnt zum Jäger der Muſen Prieſterinn:„Biſt du, in ſterb— licher Hülle, der Götter einer nicht, dann biſt ein Fremder du, den gleich mir, im Hain die Satyrn irrgelenkt.— In welchem Hafen lief dein Fahrzeug ein?— Kömmſt du aus Tyrus, berühmt durch ſeiner Handelsleute Schätze, oder aus dem reitzenden Co⸗ rinth, von deinen Wirthen reich beſchenkt?— Biſt du der Männer einer, die bis zu Herakläs Säulen auf den Meeren handeln? Oder folgſt dem wilden Aräs du zum Kampfe? Doch vielleicht biſt du ein Sohn der Sterblichen, die einſt der Szepter ſchmückte, die einſt über das Land, an Heerden reich, geliebt von den Olimpiern herrſchten?“

Der Fremdling entgegnete die Worte ihr:„Es giebt nur einen Gott, der Welten Herrſcher, ich bin nur Menſch, der Schwächen und Verwirrung voll.

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