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ſie legen, ſah ſie dann die Urne aus der Quelle fül⸗ len, oder des Tempels Schleier in dem Strome wa⸗ ſchen. Wenn ſie oft an Wintertagen, an einer Säule Schaft gelehnt, bei der Flamme lichtem Glanz, die Spindel drehte; dann ſprach zur Tochter er die Worte:
„Kymodokä, ich ſuchte von deiner Kindheit Ta⸗ „gen an, dir jede Tugend und alle Gaben der Muſen „zu ſchenken; denn empfangen müſſen wir die Seele, „wenn ſie ein zum Körper zieht, wie der Gäſte aus „Olympos einen, dem man Kronen, den man Weih⸗ „rauch zollt. Aber fürchte, Epicharis Tochter, fürch⸗ „te mir die Überſpannung, die die Herrſchaft der Ver⸗ „nunft zerſtört, laß uns fromm Athänä bitten, daß „ſie Weisheit uns gewähre, die in unſrer Seele „ſanfte Mäßigung, der Wahrheit Schweſter, zeugt, „ohne die nur alles Trug und Täuſchung iſt.“
So ſchenkten reitzende Gebilde Kymodokeia Won⸗ ne, weiſe Lehren Unterricht.— Der Muſen Zau— ber, dem ſie ſich geweiht, prägte ihren Zügen, der Stimme ſich und ihrem Herzen ein. Itzt ſenkte ſie die langen Augenlieder, ihr Schatten ſpielte auf der Lilienwange; da glaubte man die ernſte Melpomenä zu erblicken; doch lächelnd war ſie Thalia, ſchlug ſie das Auge auf. Die dunklen Locken glichen Hiazin⸗ tenblüten, ihr Wuchs der Palme auf Delos. Einſt ſuchte, in der Ferne, ſie mit ihrem Vater Diktam— pflanzen; ſie folgten, um dies Kleinod aufzuſpüren, einer Hindinn, von Oechaliſchen Bogenſchützen ver⸗ wundet— da erblickte man ſie auf der Berge Gipfel;
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