Teil eines Werkes 
1. Theil (1810)
Entstehung
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Als ich dieſe Idee aufgefaßt, fand ich leicht die hi⸗ ſtoriſche Epoche, in der beide Religionen ſich die Hand boten.

Die Handlung beginnt im Augenblick der von Dio⸗ kletian befohlnen Chriſtenverfolgung, am Schluß des dritten Jahrhunderts. Damals war noch nicht der Chri⸗ ſtenglaube der herrſchende des Roͤmerreichs, aber ſeine Altaͤre ſtanden ſchon den Goͤtzentempeln zur Seite.

Die handelnden Perſonen ſind aus beiden Religio⸗ nen genommen. Ich beginne damit, ſie zu ſchildern; die Erzaͤhlung malt dann den Zuſtand des Chriſtenthums in der bekannten Welt in der Epoche der Handlung; der ſelbſt uͤbrige Theil des Werks entwickelt die Handlung, die ſich durch ihre Kataſtrophe an den allgemeinen Chri⸗ ſtenmord anknuͤpft.

Ich habe mich vielleicht durch den Stoff blenden laſſen; er ſchien mir fruchtbar. Es liegt wirklich, beim erſten Uiberblick, zu Tage, daß er mich uͤber das heid⸗ niſche und uͤber das heilige Alterthum gebieten ließ. Auſſerdem fand ich in der Erzaͤhlung und in dem Lauf der Ereigniſſe Mittel, das Gemaͤlde der verſchiednen Provinzen des Roͤmerreichs herbeizufuͤhren: ich geleite den Leſer zu den Franken und Galliern, zur Wiege un⸗

frer Ahnen. Griechenland, Italien, Judaͤa, Egypten,

Sparta, Athen, Rom, Neapel, Jeruſalem, Memphis, Arkadiens Thaͤler, die Wuͤſten der Thebais bilden die andern Anſichten, oder Perſpektiven des Gemaͤldes. Die Perſonen ſind faſt alle hiſtoriſch. Es iſt bekannt, welches Ungeheuer Galerius geweſen. Diokletian habe ich etwas beſſer und groͤßer geſchildert, als er in den Schriftſtellern ſeiner Zeit erſcheint; ein Beweis meiner Unpartheilichkeit. Ich habe alles Gehaͤſſige der Verfol⸗ gung auf Galerius und Hierokles zuruͤckgeworfen.

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