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Vorrede.
J⸗ habe in einem fruͤhern Werke die Behauptung auf⸗ geſtellt: die chriſtliche Religion ſcheine mir im Helden⸗ gedicht der Entwicklung der Charaktere und dem Spiel der Leidenſchaften guͤnſtiger als das Heidenthum; ich habe dort ferner geſagt, das Wunderbare unſrer Reli⸗ gion koͤnne vielleicht mit dem aus der Mythologie ent— lehnten Wunderbaren den Kampf beſtehen: dieſe mehr oder weniger beſtrittenen Meinungen ſuche ich durch ein Beiſpiel zu belegen.
Um den Leſer zum unpartheiiſchen Richter dieſes großen litterariſchen Streits zu machen, glaubte ich, einen Stoff aufſuchen zu muͤſſen, der, in einer Rahme, das Gemaͤlde beider Religionen, die Moral, die Opfer und den Prunk beider Gottesverehrungen zuſammenfaßte; einen Stoff, in dem die Sprache der Geneſis neben der der Odyßee erklingen, in dem Homers Jupiter neben Miltons Jehova thronen koͤnnte, ohne der Froͤmmigkeit, dem guten Geſchmack und der Wahrſcheinlichkeit der Sit⸗
ten zu nah zu treten.


