Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1844)
Entstehung
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ſeine Wanderung wieder zu beginnen, wich das Volk,

wie von einer gemeinſchaftlichen magiſchen Kraft berührt,

auf die Seite und machte dem ſpukhaften Weſen Platz,

das jetzt langſam den Gang hinabſchritt und dann hin⸗

ter der Kirche verſchwand. Auf Probſt Frenkmann's von tiefem Kummer ge⸗

furchten Zügen las man den Einfluß der Erſchütterung, die er bei Leiler's Wiederſehen erfuhr. Sein Blick ſuchte mit demüthiger Ergebenheit nach dem des alten geprüf⸗ ten Freundes, der Freud und Leid treulich mit ihm ge⸗ theilt hatte; aber Onkel Sebaſtians tiefgeſenktes Haupt bewies, daß ihm nur ein Gefühl geblieben war: die Sehnſucht nach der Wiedervereinigung mit ſeinem Liebling. Deer ſchwarze Zug ging nach dem alten Kirchhofe hinab und blieb bei dem neu aufgeworfenen Grabe ſte⸗ hen. Aber als man die Kiſte hinabſenken wollte, wurde ſie von den zwölf zitternden Armen haſtig zurückgezogen der Platz, wo Alfhild ruhen ſollte, war ſchon einge⸗ nommen.

Unten in dem tiefen Grabe bewegte ſich eine lebende Maſſe. Es war der Architekt. Das Blut ſtrömte über ſein leichenblaſſes Geſicht, und die ſchwarzen Locken lagen

verwirrt in dem geronnenen Blute. Doch zeigte ſich keine Waffe, kein Werkzeug, womit er ſelbſt ſein Weſen 3 hätte zerſtören können. Aber als man ihn aufhob, nahm man wahr, daß ein Stück von einem ſcharfen, in der

Erde liegenden Eiſen ſich in die Hirnſchale eingedrückt hatte. Er war allem Anſcheine nach am Rande des Grabes geſtanden und rücklings hineingefallen 3

Gottes Wunder, ſprach der alte Oernroos mit be⸗ benden Lippen.Es iſt ein verroſtetes Stück von der Platte an Sigrids Sarg.

In ſtummem Entſetzen ſtand die verſammelte Schaar um das Grab.

Leiler athmete noch. Mit einem Funken der noch bis zum Tode ungebeugten Kraft, die ſtets ſeine ſtarke Seele beherrſcht hatte, gab er ein Zeichen, daß man ihn in die Kirche hineintragen ſolle.