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Tochter. Denn in immer lebhafteren und helleren Farben malte ihm ſeine Einbildungskraft das Glück vor, das
ſeinem Hauſe zu Theil werden würde, wenn er mit der
ſtolzen Befriedigung des Vaters ſeine Tochter als Frau auf eben dem Schloſſe begrüßen durfte, wo er ſelbſt bis⸗ her nicht ſelten mit dem demüthigenden Gefühl und in der unterthänigen Stellung des Untergebenen geſtanden war. Welch ein Triumph über den hochmüthigen Adel der Gegend! Unmöglich konnte er ſich dieſen aus den Händen ſchlüpfen laſſen.
„Was ſprichſt Du da von Opfer?“ antwortete er ſtreng.„Es wäre beſſer, von Gehorſam zu ſprechen. Aber die Augenblicke ſind gezählt; die Stunde iſt eine entſcheidende, denn der Major wartet auf Antwort; und dieſe kann nur Eine ſein.“
„Und ſie iſt Nein!“ antwortete Alfhild mit bewun⸗ dernswürdig feſtem Tone.„Du willſt nicht auf die Bit⸗ ten Deiner Tochter hören, Vater, ſo muß ſie ungehorſam erſcheinen; denn wenn ich nicht Leiler's Gattin werde, werde ich wenigſtens nie einem Andern angehören.“
„Nicht?“ verſetzte der Probſt, der nun fühlte, wie ihm das Blut in heftigem Aufwallen durch die Adern rollte.„Du ſetzeſt Dich alſo offenbar gegen das vierte Gebot? Aber nimm Dich in Acht, Mädchen, Du könn⸗ teſt Dich in meiner Nachgiebigkeit verrechnen! Schwäche iſt nicht väterliche Liebe, und ſo Gott will, ſollſt Du und der Lieutenant Sonntag über acht Tagen aufgebo⸗ ten werden, wenn der Biſchof in eigener Perſon hieher kommt, um unſern neuen Tempel einzuweihen.“
„Aufbieten? Nein, mein Vater, das glaub' ich nicht, ich fühle etwas hier,“ ſprach Alfhild mit matter, ſchwin⸗ dender Stimme, und drückte die Hand gegen die Bruſt; „etwas, was mich verſichert, daß dieß nicht in Erfüllung gehen wird.“ Sie ſank vom Stuhle herab und umfaßte die Kniee des Probſtes.„Sei gut, mein Vater, ſei nach⸗ ſichtig gegen Dein Kind! Denke nicht an den Lieutenant! Gebrauche keinen Zwang— ich— ich....“ Sie er⸗
blaßte, ihr Kopf ſank gegen die Bruſt. Die Kircheinweihung von Hammarby. I. 17


