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Alfhild's Lippen; Todesangſt lag in dem Blick, womit ſie den Vater betrachtete.—
„Hier war noch nicht Unglück genug zum Voraus,“ murmelte der Kapitän;„jetzt wollen ſie ihr vollends ganz das Leben nehmen.“ Aber mit ernſterer, vorwurfsvoller Stimme ſprach er laut:„Wie kann der Herr Bruder nur ſo nach Gutdünken ein gegebenes Wort brechen, weil der Hochmuthsteufel Macht über ihn bekommen hat? Aber erinnere Dich, daß ſolche Spekulationen ſchon ein⸗ mal hier im Probſthofe mißlungen ſind. Und ich halte es für das Beſte, wenn Ehen nach der Neigung des Herzens geſchloſſen werden, ohne alle Berechnungen des Eigennutzes und weltlichen Stolzes.“
Ich wußte wohl,“ fiel der Probſt mit grimmiger Bitterkeit ein,„daß der Herr Bruder ſeinen nützlichen Rath geben und das Mädchen zum Ungehorſam auf⸗ muntern würde; aber ich hoffe, Alfhild weiß, was ihre Pflicht als Tochter fordert. Antworte, Kind, Du kannſt Deinen Vater nicht in die große Verlegenheit ſetzen wollen, das ehrenvolle Anerbieten des Majors abſchlagen und als Grund Deine Widerſpänſtigkeit gegen meinen ausgeſprochenen Wunſch anführen zu müſſen.“
„O mein Vater!“ ſagte Alfhild, indem ſie ſich ſicht⸗ lich anſtrengte, um nur ſprechen zu können.„Du haſt ja dem Major kein Verſprechen gegeben; aber Leiler hat ein ſolches empfangen.— Und ich— großer Gott! begehre wenigſtens nicht, daß ich das meinige brechen ſoll! Ich kann es nicht!— Mein Vater! habe Erbarmen mit mei⸗ ner Angſt, mit meinem armen Herzen; ſonſt bricht es
unter ſeiner Qual! Sage, ſag', daß Du Dein Kind nicht
aufopfern willſt, und ſei mild gegen den, den ich liebe! Leiler wird ſich nicht vier lange Jahre abgemüht und gekämpft haben, um ſich am Schluſſe verhöhnt zu ſehen.“
Sie blickte zu ihrem Vater empor, und in ihren Augen ſprach ſich alles Feuer der Liebe und des Schmer⸗ zes aus; flehend ſtreckten ſich ihre Hände aus. Aber in
dieſem Augenblicke war der Probſt Frenkmann ein harter
Mann. Sein Herz ſchloß ſich vor dem Jammer ſeiner
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