Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1844)
Entstehung
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254.

recht krank bin; aber ich kann nicht ſagen, was es eigentlich iſt.

Ach, Poſſen! Du warſt ja noch vor ein paar Stunden geſund. Sei jetzt vernünftig und artig, und winſle nicht; denn ich habe Etwas in einer Sache von Wichtigkeit mit Dir zu ſprechen. Aber ich glaube, es iſt am beſten, wenn ich allein mit dem Mädchen rede! Der Probſt warf einen bedeutungsvollen Blick auf den Kapitän; aber als Alfhild's Arme ſich noch feſter um dieſen ſchlangen und ihre zitternden Lippen flüſterten: Um Gotteswillen, verlaß mich nicht! Ich ſterbe, wenn Du gehſt, Onkel Sebaſtian, da ſagte Oernroos be⸗ ſtimmt und feſt:Hat der Herr Bruder Etwas zu ſa⸗ gen, ſo ſage er es; aber ich bin kein Fremder und bleibe, wo ich bin.

Aber der Herr Bruder verzärtelt und erſchreckt Alfhild, und bildet ihr ein, ſie ſei krank, wenn ſie ſo geſund iſt, wie ein Nußkern. Solche Geſpräche thun eine ſchlimme Wirkung; doch der Bruder hat ſtets ſein Vergnügen daran gefunden, meine Saat zu zerſtören; und deßhalb gibt es auch gleich Klagen und Jammer, daß man taub werden möchte, wenn ich ein Wort zu ſagen habe.

Ach, lieber Papa! Alfhild faßte mit tiefer Rührung die Hand des Vaters und küßte ſie.Sei nicht hart gegen Onkel Sebaſtian, bat ſie innig.Er kann nichts davor, daß ich krank und ein ſo zerbrech⸗ liches und ſchwaches Ding bin.

Aber Du warſt früher nicht ſo. Die unglückſelige Geſchichte mit dem verrückten Baumeiſter hat Dir den Kopf verdreht und Dein Herz krank und ſchwindſüchtig

gemacht. Aber Alfhild, mein Kind, ich habe Dir ſchon mehrmals geſagt, daß dieſe Parthie Dein Unglück für

Zeitlebens herbeiführen würde. Die anerkannte Heftig⸗ keit von Leiler's Gemüth, die Zweideutigkeit ſeines Cha⸗ rakters und ſeiner Handlungsweiſe ſind ein ſchwacher

Bürge für das Weib, das ihm ihre Zukunft anver⸗ trauen will. Die Weiber ſind kurzſichtig, das kommt

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