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am beſten kennen, und deßhalb wünſche ich eine ehr⸗ liche und offene Antwort. Will ſie nicht— nun wohl, dann reiſe ich mit einem Korbe heim; denn gezwungen werden ſoll ſie nicht!“
Dieſe große Eilfertigkeit brachte den Probſt in die Klemme. Scenen waren ein⸗ für allemal ſein Abſchen; und im Fall er jetzt Alfhild unvorbereitet von ſeinem Vorſatze, dem Baumeiſter ſein Verſprechen zu brechen, um ſie zur gnädigen Frau zu machen, unterrichtete, ſo mußte eine Scene von ächt tragiſcher Natur vor ſich gehen, das konnte er an ſeinen fünf Fingern abzählen. Und würde dann der Major Zeuge davon ſein, ſo war es eben ſo ſicher, daß derſelbe unverrichteter Dinge heim⸗ reiſen, und der Heirathsvorſchlag auf ewige Zeiten zu⸗ rückgelegt werden würde. Nein, das mußte man verhin⸗ dern! In aller möglichen Ruhe fragte er deßhalb:„Ob der Herr Major ſchon heute die Antwort begehre?“
„Freilich, Herr Probſt! Ein Ja oder Nein iſt bald ausgeſprochen. Es hängt ja nur davon ab, ob ihre Neigung ſchon vorher gefeſſelt war, oder nicht. Nie⸗ mand verliebt ſich in einem Augenblick; dieß Gefühl muß natürlich im Herzen vorhanden ſein, oder wenigſtens dort keimen, wenn man ſo lange Gelegenheit gehabt hat, einander zu ſehen, wie Linus und Alfhild. Sollte es aber nicht da ſein, ſo wird es auch nicht kommen. Und deßhalb iſt meine Meinung, daß Sie ganz ein⸗ fach Ihre Tochter befragen, und damit gut! Ich ſitze feinſtweilen hier und rauche meine Pfeife.“
Der Probſt ſtand auf, und machte eine tiefe, artige Verbeugung. Ueber ſeine Lippen ſchwebte ein vergnüg⸗ tes und zufriedenes Lächeln; aber in ſeiner Bruſt erhob ſich ein nie empfundenes drückendes Gefühl der Unruhe, als er mit langſamen Schritten den kleinen Oehrn durch⸗ ſchritt, der Alfhild's Zimmer von dem Saale trennte.
„Großer Gott!“ ſprach Alfhild, als das Geräuſch von dem wohlbekannten Tritte des Vaters ihrem Ohre nahte;„was bedeutet das, Onkel Sebaſtian? Der Ma⸗ jor iſt hier— der Papa... meine Bruſt! ach, was
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