Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1844)
Entstehung
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ſchrecken, mein Täubchen,“ erwiederte Onkel Sebaſtian. „Glaube mir, es iſt Zeit genng, zu trauern und krank zu werden, wenn man eine andere Veranlaſſung dazu hat, als die bloße Furcht vor einem Uebel, dem man noch nicht in das Auge geſehen hat. Und das ſage ich Dir im Ernſt, ſitze mir nicht immer da und rege Dich auf, wenn Du mich lieb haſt; denn dann wirſt Du bald wieder eben ſo krank und elend werden, wie Du 6 vor ein Paar Jahren warſt.“

„Ich will thun, wie Du willſt, und will auch ver⸗ ſuchen, mir den Kummer aus dem Kopfe zu ſchlagen,“ erwiederte Alfhild fromm;„aber ob es mir gelingt, das iſt eine andere Frage: denn Du weißt, Onkelchen, es iſt ſo wunderlich mit mir. Wenn ich auch gar nichts hätte, um darüber traurig zu ſein, ſo ſtellt ſich doch eine ver⸗ zehrende Unruhe, eine heimliche Qual ein, ſobald die

ruſtſchmerzen wieder kommen; und ſie ſind in den letz⸗ ten acht Tagen weit ſchlimmer geweſen, als je, obſchon ich auf ſein kann.— Aber was iſt das für ein Ge⸗ räuſch?— Es fährt!“— Sie erhob ſich heftig, und das Blut trat in rothen Roſen auf die feine Wange, als das Gatterthor in ſeinen Angeln knarrte. Aber nicht das leichte Gefährt des Architekten, ſondern der ſchwere Wagen des Schloßherrn rollte in den Hof.

„Es iſt der Major,“ ſagte Alfhild niedergeſchlagen. „Ach, ich glaubte!...“ ſie brachte den Satz nicht zu Ende; aber was ſie geglaubt und gehofft hatte, das fühlte Onkel Sebaſtian wohl an dem hefligen Zittern ihres Körpers, als ſie ſich an ſeine Schulter lehnte.

Der Kapitän wich nicht von ſeinem Liebling, aber 4 der Probſt trat eilig auf die Treppe hinaus, um den werthen Gaſt zu bewillkommnen. 4

Als die Herren in den Saal gekommen waren, und in den gewöhnlichen Sophaecken Platz genommen 4 hatten, ſagte der Major bedeutungsvoll:„Ich bin heute in Geſchäften da.“—

Das Geſicht des Probſtes Frenkmann klärte ſich be dieſen wenigen Worten ſo ſchön auf, daß es glänzen

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