Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1844)
Entstehung
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24⁴9 „Das glaube ich, zumal da es für ihn iſt; dabei

brauchſt Du nur das Gefühl,“ fiel der alte Oernroos

lächelnd ein, und kneipte ſie ſchelmiſch in die Wange. Aber Alfhild lächelte nicht, ſondern ſeufzte, indem

ſie die welke Hand des Alten heftig ergriff, und an ihre

heißen Lippen führte.

„Was iſt das, Kind, beſindeſt Du Dich nichtwohl?“ fragte der Kapitän bekümmert.„Meiner Treu, Deine Finger brennen ja wie Feuer, und Deine Augen haben einen ganz fieberhaften Glanz. Wie kommt das? Haſt Du mir nicht ſelbſt anvertraut, daß Du ihn jetzt jeden Tag erwarteſt, warum härmſt Du Dich alſo?“

„Weil ich nicht weiß, ob Papa ſein Verſprechen halten wird— und wenn er es hält— weil ich dann von ihm, von meiner lieben Heimath— und von Dir, beſter, geliebter Onkel Sebaſtian, ſcheiden muß!“— Sie ſchlang die Arme um den Hals des erprobten Freundes, und weinte ſo bitterlich, als ob die Tren⸗

nungsſtunde ſchon da wäre.

„Mache mir das Herz nicht weich, Mädchen,“

ſprach der Alte in einem Tone, der deutlich verrieth,

daß dieſes Verbot zu ſpät kam.„Noch iſt ja dieſer Tag der Trauer nicht da; laß uns unſere Kraft ſparen, bis er vor der Thüre ſteht. Und was das betrifft, daß Dein Vater ſein Wort brechen ſollte, ſo habe deßhalb keine Furcht. Will ihm der Baumeiſter ſein Verſprechen nicht freiwillig zurückgeben, ſo iſt er ein zu ehrenhaf⸗ ter Mann, um die Erfüllung einer eingegangenen Ver⸗ bindlichkeit zu verweigern.“

„Aber, Onkel Sebaſtian, Papa hat in den letzten Tagen ſo wunderliche und geheimnißvolle Reden geführt.

Er hat, wenn wir allein waren, Winke fallen laſſen, daß

es die Pflicht eines Vaters ſei, ſein Kind nicht Gefah⸗ ren auszuſetzen, die vermieden werden könnten; und in dieſen Winken lag etwas Drohendes und Beſtimmtes, das mich oſt erſchreckte und fürchten ließ, es ſeien dieß nur Vorbereitungen zu einer ernſten Erklärung dieſer Art.“

„Laß Dich nicht ſo durch den bloßen Schein er⸗