Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1844)
Entstehung
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aus dem früheren Gemälde berichten, ich meine den bekannten Architekten Leiler. Seine Rolle iſt jetzt aus⸗ geſpielt; er hat hier nichts von ſich hören laſſen, ſeit⸗ dem er aus dem Gefängniß freigegeben wurde. Noch einmal lebe wohl! Vergiß nicht

Deinen Freund Linus v. H....

Einundzwanzigſtes Kapitel.

An ihrem Kammerfenſter ſaß Alfhild und ſtickte im Geheimen an einem Tuche für Leiler. Dieß war ihre liebſte Beſchäftigung während der langen Stunden, wo ſie mit Sehnſucht im Herzen und in neu erwach⸗ ten Bruſtſchmerzen auf die Zeit wartete, wo die Herbſt⸗ winde das ſchon in dichten Maſſen herabgefallene Laub zerſtreuen würden.

Dieſe Zeit war jetzt da, und während Alfhild die

Stiche durch das Maſchengewebe gleiten ließ, ſah ſie 1 nach dem rothbemalten Gatterthore hinaus. Ein plötz⸗— liches Trugbild ſtörte die Betrachtungen, denen ſie ſich

überlaſſen hatte. Sie meinte Leganger zu ſehen, wie er

zum Erſtenmal durch daſſelbe Thor trat. Der Hundſtall und der Kettenhund, der gerade in dieſem Augenblick einen herankommenden Bettler anbellte, trugen dazu bei, die Täuſchung vollkommen zu machen. Auch Sigrid's Bild

am Fenſter war ihr klar; aber Alfhild fühlte bei dieſen

düſtern Erinnerungen ein dunkles Leben. Das Fenſter war daſſelbe, an dem ſie ſaß; das kleine Zimmer, das ſie bewohnte, war ſtets das der Pfarrtöchter geweſen. „Nein, ich kann nicht nach dem Thore hinaus ſehen, ſo gern ich es auch möchte!“ ſagte ſie leiſe und wendete den Rücken dahin. „Wie kannſt Du anf dieſe Art ſehen, mein Täub⸗ chen?“ ſprach Onkel Sebaſtian, der bei dieſer Bewegung herein kam und neben ſeinem Lieblinge Platz nahm. „O doch, Onkelchen, das Stricken geht eben ſo

gut im Finſtern als am Lichte.“