Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1844)
Entstehung
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warten.“ Dabei ſtand Madame Liſa auf, es zuckte in ihr, denn die Kaffee⸗Stunde war da; und getröſtet ging ich, um mich an der Hoffnung auf das Meiſter⸗ werk zu erfreuen, das, wie ich überzeugt war, ſie ſiche⸗ rer als jede Andere ausführen konnte.

Und, Arel, ich betrog mich nicht.

Der Major und Liſa hatten lange Berathungen; das merkte ich jedesmal, wenn ich zufällig hineinkam; und geſtern Abend nach der Mahlzeit erfuhr ich das Reſultat derſelben. Da winkte mir der Onkel in das Schlafzimmer hinein und ſprach ohne Umſchweif:

„Liſa glaubt überzeugt zu ſein, daß Du ein beſſe⸗ rer Menſch geworden biſt, und daß zudem die Jahre und ein häusliches Leben vortheilhaft auf Dich ein⸗ wirken würden. Ich weiß nicht, ob ſie Recht hat— mir wenigſtens erſcheint das Gelingen eines ſolchen Verſuchs ziemlich unſtcher— aber ich habe Vertrauen auf Liſa's Urtheil; und hat ſie Recht, ſo würde ich nichts gegen Deinen Wunſch in Betreff der Mamſell Frenkmann einzuwenden haben.“

Ein Lichtmeer von glänzenden Hoffnungen ſchim⸗ merte mir bei dieſen Worten des Majors im Auge. Wenn ich nur ſeine Erlaubniß zur Heirath hatte, ſo folgte daraus ganz natürlich, daß ich auf dem Schloſſe wohnen, daß ich dort beinahe als anerkannter Majorats⸗

herr betrachtet und von keinem Wahltag für den Alten“

mehr die Rede ſein würde. „Mein theuerſter Onkel!“... Doch genug! Ich war gerührt, Axel, und will deßhalb nicht wiederholen, was ich ſprach; denn ſiehſt Du, Gefühle habe ich doch; und geht Alles gut, ſo will ich künftig werden, was man einen verſtändigen Mann nennt. Ich habe deßhalb die Abſicht, nur bei Reichstagen nach der Hauptſtadt zu reiſen, um meinen erſehnten Wunſch, im Ritterhauſe als wirkendes Mitglied Reden zu halten, zu befriedigen, und dann mit meinem ſchönen Weibe nach der Nordbrücke zu ſpazie⸗ ren, damit man ſie bewundere und mich beneide. Doch es iſt wahr— erſt in einigen Tagen geht der Major

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