Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1844)
Entstehung
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Rath. Wenn der Schnee kommt, ſo geht er auch wieder, ſagt ein altes Sprichwort. Wir müſſen vernünftig ſein und ſehen, was ſich thun läßt! Wenigſtens wird es nichts aus dem Schuldchurm ſo lange Liſa hier im Hauſe etwas zu ſagen hat. Und was das Andere be⸗ trifft, ſo, wenn es dem Heern Lientenant Ernſt und ſein feſter Wille iſt, das Mie zu heirathen und dann als ein ſtiller und ordentlich Mann mit ihr zu leben, dis einmal— was Gott verzögern möge— der Herr Major hinüber wandert und die Sachen ſich ändern, ſo denke ich, kann man mit ein Bischen Klugheit die Sache in's Reine bringen, wenn es ſich nur immer thun läßt.“

„Gute, beſte Frau Lindb.— Ich rückte das Habermeß dem Erbſenſack ein g Guck näher, wo⸗ durch ich Gelegenheit bekam, die 3 ½1 Hand der Alten zu faſſen und ſie herzlich zu drücken.—„Meine liebe Frau Lindbom, man ſpricht von Balſamtröpfeln in die brennende Wunde, und in der That ſind ihre Worte der wohlthuendſte Balſam für mein Herz. Aber er außert ſich in ſeinen Wirkungen ganz anders, als wo Sie mir letzthin Rigabalſam in die Schramme goſſen, die ich mir in die Hand ſchnitt.“

„Ei mein Gott!“ ſiel Liſa ſtrafend ein,„wie kann der Herr Lieutenant ſo gottlos und leichtſinnig ſein und mit ſo etwas daher kommen, wenn man ernſthaft ſpricht; wird er denn nie verſtändig?“— Aber die Alte lä⸗ chelte dennoch; ich ſah, daß meine Sache trotz meines unüberwindlichen Hanges zu leichtſtnnigen Scherzen auf guten Füßen ſtand; ich legte daher in meine Antwort einen äußerſt demüthigen und unterthänigen Ernſt.

„Liebe Frau Lindbom, unter Ihrer Leitung werde ich noch ganz verſtändig werden; aber wenn ich nur Ihre koſt⸗ baren Worte auch recht aufgefaßt habe! Sagten Sie damit wirklich ſo viel, daß Sie mir aus chriſtlicher Liebe in die⸗ ſen kitzlichen Angelegenheiten die Hand bieten wollten?“

„Ich werde thun, was ich kann und vermag, wenn der Herr Lieutenant Vertrauen zu mir hat. Aber jetzt müſſen wir ſchließen! Der Herr Major dürfte auf mich