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ſallen herrſchen zu dürfen. Und wodurch glaubſt Du wohl, daß ich mir die herrliche Ausſicht auf dieſe ent⸗ zückenden Träume erworben habe, auf Träume, ſag ich, die nicht lange im Schlafrocke bleiben, ſondern in Kur⸗ zem in der prachtvollen Gallatracht der Wirklichkeit ein⸗ hertreten ſollen? Nun, durch nichts mehr und nichts weniger als die eben berührte diplomatiſche Feinheit, womit ich mich bei der jetzigen Regentin meines künf⸗ tigen Reiches— bei Madame Lindbom— einzuſchmeicheln wußte. Madame Lindbom iſt zwar keine Madame Main⸗ tenon; aber ſie übt beſtimmt eine eben ſo große Gewalt über meinen Onkel, den Major, aus, als die franzöſiſche Dame über Ludwig XIV., und ſo wirſt Du einſehen, daß alle Mittel gut ſind, die zum Ziele führen. Nachdem ich durch manchen geſchickt angebrachten Einfall über das Lächerliche in dem Vorſchlage der Alten, einen Wahltag anzuſtellen, wobei der Major aus deu verſammelten Töchtern der Gegend eine Genoſſin in Freud und Leid ausſuchen ſollte— eine Genoſſin bei meiner Erbſchaft—(haſt Du je einen wahnſinnigeren Eingriff in das Eigenthumsrecht erlebt) ihr zu verſtehen gegeben hatte, daß nichts in der Welt einen reicheren Stoff zum Spotten geben könne, ſo fing ſie ſelbſt an, ſich uͤber ihre wohlmeinende Abſicht zu ärgern, die Gott ſei Dank nie den Beifall des Majors gehabt hatte, aber ihn leicht hätte bekommen können, wenn Madame Liſa allein mit den Plänen zu thun gehabt hätte, die jedoch zu meinem Glück weder Junge noch Eier erzeugten. Nachdem nun alſo— und zwar für ewige Zeiten — das Geſchwätz von der Heirath des ehrlichen Inva⸗ liden eine Sage von eben ſo viel Bedeutung geworden war, wie die ſind, welche man ſich in den Kinderſtuben von den Männchen auf dem Hohberg, von dem blauen Vogel u. ſ. w. erzählt, begann ich meine Operations⸗ pläne, aber von einer ganz andern Seiite. Es erforderte Zeit, um dem Alten das eingewurzelte Vorurtheil zu nehmen, das er gegen meinen Leichtſinn, meine Untauglichkeit, Hochmuthsteufel, und mehrere
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