Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

238

Dämon heimgeſucht werden könnte, ſo täuſcheſt Du d Dich doch hierin. Mein Stolz, meine Eigenliebe, wenn m Du ſo willſt, hindern mich, auch nur die Möglichkeit

anzunehmen, daß ein Weib, das mir ſeine Liebe und de Treue geſchenkt hat, für einen Andern ſeufzen könne. ſte Nein, in dieſer Hinſicht kannſt Du vollkommen beru⸗ he higt ſein, meine Alfhild! Der Lieutenant mag in noch ar ſo engen Kreiſen um meine weiße Roſe flattern; er wird ve es doch nicht vermögen, ein einziges Blatt aus ihrem ut ſchönen Kranze zu reißen. Und zudem ſind alle finſtern li Geiſter aus meiner Seele fortgezogen. Nur noch meine W

Braut wohnt dort, und ihre Brautführer: die Liebe de und die Ruhe.“

In Alfhild's Augen ſtrahlte ein klareres Feuer, tr als je vorher; die Laſt, die ihre Bruſt gedrückt hatte, verſchwand bei Leiler's Worten wie mit einem Zauber⸗ hi ſchlag. So glücklich hatte ſie ſich nie gefühlt. W

Sie ſtanden an dem Punkte, wo ſich die Straßen z

trennten. Schweigend blickten ſie einander an, um die geliebten Züge dem Gedächtniſſe recht einzuprägen. „Ich weiß nicht,“ ſagte Leiler,„was für eine Un⸗ ruhe mich jetzt wieder befällt! Eben war ich noch ganz ruhig— und ein Paar Monate vergehen ja bald, wenn man dem Ziele und dem Glück ſo nahe iſt!“ „Ach ja, das iſt ja nur eine kurze Zeit im Ver⸗ gleich mit den langen Jahren, wo wir gelitten, ge⸗ ſtritten und gewartet haben,“ erwiederte Alfhild; aber auch ſie ward von einem beklemmenden Drucke gequält. Und mit einer Art Angſt preßten ſich in der Abſchieds⸗ ſtunde ihre klopfenden Herzen an einander. Da tönten die Glocken in der nahe gelegenen Kirche zum Zuſammenläuten, und mit merkwürdiger Klarheit drang der Laut zu dem Ohre der Lauſchenden. „Ach!“ ſeufzte Alfhild,„ſo läutete es auch an dem Abend, als Du zum erſtenmal nach Hammarby kamſt. Das Fahren damals war ein wunderbares Vo chen— erinnerſt Du Dich noch? Ich meine noch t

— *