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währenddem er den Arm um Alfhild's Leib geſchlun⸗ gen, ſie bis zu dem äußerſten Punkte der Ruinen be⸗ gleitete.„Aber ſage mir, ehe wir uns trennen, was dünkt Dir von der neuen Auflage der Schloßbewohner?“— Leiler konnte einen mit Gewalt zurückgehaltenen Seuf⸗ zer nicht unterdrücken, als er dabei an die Familie dachte, die dort untergegangen war.
„O, ſie gefallen mir ſehr! Der Major iſt ein vor⸗ trefflicher und braver Mann und Madame Liſa, feine Haushälterin und Beratherin, ein ſehr ſeltenes Weib dieſer Art, wie man ſo bald keine findet. Aber der Lieutenant...“ Alfhild zauderte ein wenig bei dieſen Worten. Sie wußte eigentlich nichts Schlimmes über ihn zu ſagen, aber ſie konnte Linus nicht recht leiden, weil er ſich nächſt ſeinem eigenen Ich zu ſehr mit ihr beſchäftigte.
„Nun, der Lieutenant— wie iſt es mit ihm? Er beſitzt, wie ich gehört habe, keine Familienähnlichkeit mit Albano. Thäte er dieß, ſo bekäme er wohl nie eine Geliebte. Aber man ſagt, daß er eine Schmet⸗ terlingsnatur ſein ſoll. Hat er ſich an irgend eine Blume der Gegend gemacht?“
„Ich glaube nicht,“ ſagte Alfhild; aber das Be⸗ wußtſein, daß ſie jetzt eine Unwahrheit ſagte, röthete ihre Wangen. Offenbar zeichnete Lieutenant Linus ſie vor den übrigen Damen der Gegend aus. Sie konnte nicht umhin, dieß zu bemerken, aber ſie wagte es Lei⸗ lern nicht zu ſagen.
„Vielleicht iſt es meine bleiche Lilie, die eine größere Gnade vor ihm gefunden hat, als die Roſen?“ fragte Leiler, ohne das geringſte Zeichen einer aufbrauſenden Bewegung.„Der Farbenwechſel auf Deinen Wangen, meine Geliebte, läßt mich etwas dergleichen ahnen.“
„Ach ja, es ſieht ſo aus; aber ich fürchtete, Du...“
„Ich würde eiferſüchtig ſein?“ unterbrach ſie der Architekt mit einem feinen Lächeln.„Nein, meine Alf⸗ hild, ſo natürlich es Dir auch erſcheinen dürfte, daß ein Mann von meinem heftigen Charakter auch von dieſem


