Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1844)
Entstehung
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„Iſt es auch gut, wenn ich Dich verliere, wenn

ich nur den Staub jener Hoffnungen, die ich ſo ſorg⸗

fältig gepflegt, an mein nach Ruhe ſich ſehnendes Herz

legen darf?“ fragte Leiler und ſah ihr mit einem ſchmerz⸗ lichen Ausdruck in die ſchönen, thränenvollen Augen.

Alfhild ſchwieg. Ein ſelten empfundenes mächtiges und heiliges Gefühl erhob ſich in ihrer Bruſt; und es war ihr, als ob unſichtbare Stimmen ein leiſes Ja her⸗ abflüſterten, aber die Lippen weigerten ſich, die ihr ſelbſt wunderbare Botſchaft dem Geliebten zu bringen. Ohne Worte, nur mit einem ſtillen Seufzer ſank ſie an Lei⸗ lers Schulter.

Da zitterte eine heftige Erſchütterung durch die Glieder des Architekten. Seine Wange wurde bleich, noch bleicher als Alfhild's, und einige einzelne Schweiß⸗ tropfen drangen hervor und befeuchteten ſeine Stirne. Er erhob das Haupt der Geliebten und legte ſeine Lip⸗ pen auf die ihrigen; und als er ſich gleichſam verſichert hatte, daß noch Wärme, Leben und Erwiederung dort vorhanden war, flüſterte er ſo leis wie ein Säuſeln über Gräber: Ziehſt Du das kalte, tiefe Bett unter dem Raſenhügel meiner heißen Umarmung vor?“

Alfhild war von Leiler's ernſter Frage heftig er⸗ ſchüttert. In dieſem Augenblicke war es Liebe zu ihm, und nur Liebe, was ſich ihres ganzen Weſens bemächtigte. Feſt ſchlang ſie ihre Arme um ſeinen Hals; an ſeinem Buſen war es ſo warm: da war ja der Himmel!— „Quale mich nicht ſo unausſprechlich!“ bat ſie innig, „da, wo ich jetzt ruhe, will ich leben und ſterben!“

Ueber Leiler's Lippen ſchwebte ein Lächeln feſtlichen Friedens. Frühlingsbilder aus der ſchönen Traumwelt der Vorzeit zogen lächelnd durch ſein Herz und eine Minute ſtiller, ſeliger Weihe zitterte durch beider See⸗

len. Es war die Minute der Vereinigung und Tren⸗ nung.— Die Zeit war weit vorangeſchritten. Alfhild

mußte gehen.

„In ein paar Monaten oder etwas darüber ſehen wir einander wieder,“ ſagte der Architekt tröſtend,

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