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ſoll es wohl dann gehen, wenn ich Dich von all denen
wegführe, an die Dein Herz eben ſo feſt gewachſen iſt, wie an mich.
Mit tiefem Schmerz fühlte Alfhild das Bittere in Leiler's Vorwurf. Sie dachte an Onkel Sebaſtians Worte, und eine Thräne ſchlich ſich dabei in ihr Auge.
„Bin ich hart gegen Dich geweſen, meine Geliebte? Verzeihe mir meine Haſtigkeit, meine Selbſtſucht, die nie mit etwas Getheiltem zufrieden ſein kann! O Alf⸗ hild, wenn Du all' die Kämpfe, die geiſtigen und leib⸗ lichen Kämpfe kennteſt, die ich um Deinetwillen geſtrit⸗ ten habe, wenn Du wüßteſt, weſſen ich noch fähig wäre, um mich nicht am Ziele meines langen Strebens ge⸗ täuſcht zu ſehen— dann würdeſt Du fühlen, daß ich von Dir und Deiner Standhaftigkeit viel, aber am meiſten von Deiner Liebe fordern könnte, Alfhild.“
„Und um unſerer Liebe willen will ich Alles leiden,
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Leiler,“ ſprach ſie und ſah wieder freundlich zu ihm
empor.
„Leiden— Alfhild! Warum dieſen Ausdruck meine Geliebte? Leidet man, wenn man ſich ſelbſt dem auf⸗ opfert, der uns theurer iſt, als unſer eigenes Weſen? So denke ich. Dieſes Leiden, wie Du es nennſt, iſt für mich Seligkeit.“
„Ich kann ſelig ſein und doch leiden,“ ſagte Alf⸗ hild beſänftigend.„Ich bin ja ſelig und froh, Dir nach der fernen Heimath folgen zu dürfen, die Deine Liebe mir in einem fernen Lande eröffnet; aber dennoch leide ich bei dem Gedanken an die Trennung von meinem Vater, von meiner geliebten Heimath, und vor Allem von Onkel
Sebaſtian. Ach Leiler, wenn Du wüßteſt, wie mich dieſer edle alte Mann von meiner zarteſten Kindheit an
gepflegt hat; wenn Du geſehen hätteſt, wie oft er mit
Aufopferung ſeiner eigenen Nachtruhe an meinem Kran⸗ kenbette ſaß und mir ſeine Hiſtorien erzählte, wie freund⸗ lich und gut ſein Auge auf mich blickte, wenn ich er⸗
wachte, und wie manche kleine Verdrießlichkeit, wiem chen tieferen Schmerz er hinwegnahm, und wenn er
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