ſo gut, wie es jemals geweſen war— und noch viel beſſer; denn Linus brachte überallhin Gedeihen und Le⸗ ben, wo es früher daran fehlte. Er jagte auf den Gü⸗ tern umher, um dem alten Borgſtedt in ſeinen Verrich⸗ tungen zu helfen, und um zugleich ſeinem Onkel zu zei⸗ gen, daß er ein großer Kenner und Liebhaber der Land⸗ wirthſchaft ſei. Dann ſpielte er Brett mit dem Major, lauſchte mit Aufmerkſamkeit auf die Erzählungen von den Gefechten, denen dieſer angewohnt hatte, und ging dann Madame Liſa bei allen den kleinen artigen Dien⸗ ſten zur Hand, die ſeine Achtung vor ihr beweiſen konn⸗ ten. War die Tabaksdoſe nicht da, flugs machte ſich der Lieutenant auf die Beine, und trug ſie der Alten im Triumphe herbei; wenn eine Haushaltungsnotiz auf⸗ geſetzt werden ſollte, ſo war es Linus, dem Madame Liſa dieſelbe diktirte; und in allem und jedem, was zu verrichten war, hatte er eine Stimme, und ſtieg ſo in Kurzem ſtufenweiſe vom gebildeten Gaſte zum erklärten Günſtling. Und von der Zeit an, wo der Lieutenant wußte, daß er Madame Liſa's Günſtling ſei, hatte er keine Furcht mehr, eine Tante in's Haus zu befommen Er war vollkommen überzeugt, daß ſie nun alle Pläne in Betreff einer Heirath des Majors fuͤr immer aufge⸗ geben habe. 3 Allein der Lieutenant war mit der Thatigkeit, die ihm auf dem Schloſſe zugetheilt wurde, bei weitem nicht zufrieden. Nein, er wollte auch im Probſthofe der täg⸗ liche Gaſt und Liebling ſein, denn dahin zog ihn die reizende Alfhild mit Ketten, die ihr ſelbſt nicht ſichtbar waren. Da der Major ebenfalls von der Pfarrfamilie ſehr geehrt wurde, ſo begleitete er den Lieutenant oft⸗ mals bei ſeinen häufigen Beſuchen; und während ſich der Probſt, der Major und der alte Oernroos in poli⸗ tiſche Streitigkeiten vertieften, ſaß der Majoratser wie er von den Leuten genannt wurde, an Alfhilds S ite,
und zwar an dem nämlichen Fenſter, wo ihr oftmals die ſüßen, verführeriſchen Töne ſeiner ſprache in's Ohr geflüſtert hatte.—


