Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1844)
Entstehung
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Dein alter Freund ein Gefühl der Bitterkeit, vielleicht ſogar Neid empfindet, wenn er Dich ſo bereit ſieht, das alte, theure Band zu löſen, um ein neues zu knüpfen, deſſen Stärke Du wenigſtens nicht ſo erproben konnteſt, wie das erſtere.“

„O ja, Du haſt Recht! das iſt grauſam, das iſt herzzerreißend!“ rief Alfhild, die ſich gewaltſam von ihrer gegenwärtigen Ruhe und Hoffnung zu dem Ge⸗ danken an all' die Schmerzen hingezogen ſah, die ihr die Zukunft noch bewahrte.„Aber mein Verſprechen! Ach, Onkelchen, ich muß mit ihm gehen, wenn auch Dein und mein Herz dabei verblnuten ſollten; denn ein Verſprechen, das haſt Du mir ſelbſt geſagt, iſt heilig. Doch wir haben noch ein gutes Stück Zeit bis dahin; wer weiß, was Gott thun kann, ehe ſich der Braut⸗ kranz in meine Locken flicht.“

„Wahr, Kind, wir wollen uns die Gegenwart nicht durch Kummer um die Zukunft verbittern. An dem Tage, wo Du vor dem Altare ſtehſt, ruhen wohl die Gebeine des alten Sebaſtian in den Mauern des Kirchhofs.“

„Oder vielleicht...“ Alfhild wurde hier durch das raſſelnde Geräuſche eines noch jetzt ſo genannten neuen Holſteiners unterbrochen, der in den Hof rollte. Ein paar Augenblicke ſpäter ſtieg der Probſt aus, und trat in den Saal, indem er Alfhild und Onkel Seba⸗ ſtian freundlich zunickte.

„Nun, wie findet der Bruder den neuen Schloß⸗ herrn?“ fragte der alte Oernroos, der aus Frenk⸗ manns zufriedener Miene erſah, daß Alles gut ſtehe.

„Nun, er ſcheint mir ein braver Mann in der vollen Bedeutung des Wortes zu ſein, obſchon er keine Spur von der Feinheit der früheren Grafen in Perſon und Benehmen hat,“ erwiederte der Probſt.

„Spracht Ihr von der Kirche?“ fragte der Kapi⸗ tän, der ſich auf das Höchſte dafür intereſſtrte, den neuen Tempel fertig zu ſehen.

„Ja wohl, thaten wir das! Der Major verſchreibt