Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1844)
Entstehung
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den Worten Deines alten Freundes geglaubt, und nicht mit ihm gezankt, als ob er nicht Dein Beſtes wollte.“

Alfhild ſchlang die Arme um den Hals des Greiſen. —„Verzeihe mir, Papachen, wenn ich ihn mit zu viel Eifer vertheidigt habe!“ bat ſie innig und demüthig. „Und wenn Du nur nicht mehr ſagen willſt, daß er mich verlaſſen könne, ſo will ich alles Andere geduldig hören. Aber es ſchneidet mir in das Herz, daß Du, Onkel Sebaſtian, den ich ſo ſehr liebe, ſchlecht von ihm denken ſollſt.“

„Nun, nun, mein Täubchen, wenn er beſſer iſt als ſeine Handlungen, ſo iſt es mir lieb; aber ſiehſt Du, Kind, nach dieſen habe ich meiner Lebtage die Men⸗ ſchen beurtheilt, und ſie pflegen auch im Allgemeinen ein ziemlich ſicheres Kennzeichen der Charaktere zu ſein.“

„Ja, aber, Onkel Sebaſtian, es gibt Verhältniſſe, — Du, der ſo lange in der Welt gelebt hat, weißt

das wohl,— die finſterer ausſehen können, als ſie in

der That ſind; und wenn wir das Innere jedes Men⸗ ſchen durchſchauen, und all, die Triebfedern aufdecken könnten, die ihre Handlungen veranlaßt haben, würden wir ſie vielleicht weniger ſtreng beurtheilen.“ Der alte Sebaſtian lächelte.„Du haſt recht advo⸗ eiren gelernt, mein Täubchen, doch ich will nicht ge⸗ rade behaupten, daß Du Unrecht haſt. Solche Verhält⸗

niſſe kann es geben, obſchon, wenn die Handlungen zweideutig ſind, die handelnde Perſon im Urtheil der

Welt ebenfalls den Anſtrich von Zweideutigkeit bekommt.“ Alfhild ſeufzte; und einige Thränen, die ihr der Schmerz, Sebaſtian nicht überzeugen zu können, ent⸗ preßte, fielen auf ſeine Hand.—„Du wirſt recht böſe gegen mich,“ flüſterte ſie in kindlich vorwurfsvollem Tone:„Du willſt eben nicht, daß ich Recht habe!“ „Gott gebe, daß Du Recht habeſt, Kind! Du kannſt es nicht wärmer wünſchen, als ich ſelbſt,“ ſprach der alte Oernroos, indem er freundlich mit der Hand die Thränen von den Wangen ſeines Lieblings a wiſchte.„Aber Du wirſt wohl auch begreifen, d

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