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Mann. Der Probſt war auch ſtets im gräflichen Hauſe wohl aufgenommen,“ antwortete Borgſtedt.
„Er hat wohl auch Familie?“
„Nur eine Tochter und einen alten Anverwandten, Kapitän Oernroos.“
Der Major machte noch eine Menge Fragen, die Borgſtedt mit aller Genauigkeit beantwortete. Und mit leichterem Sinne, als er ſeit vielen Jahren gethan hatte, ging der Greis am Abend zu Bette. Er hatte heute den vierten Herrn, den vierten Beſitzer von Ham⸗ marby begrüßt; und wenn er in Gedanken den harten, ſchlauen Grafen Wilhelm, den ſtolzen, leichtſinnigen Grafen Hugo, und den nur nach äußerem Schein ſtre⸗ benden Grafen Wilhelm Hugo mit dem einfachen, recht⸗ lichen Major verglich, ſo fuhlte er, wie ſein Herz ſich freute, da er der Vorzüge des Letztern gewiß war; und obſchon er bei dem Andenken an die grauſame Art, wie das hohe Geſchlecht untergegangen war, ſeufßzte, ſo genoß er doch den Vorſchmack eines freieren und beſ⸗ ſeren Lebens. In dem Weſen des Majors gab es keine freundliche Herablaſſung; er war einfach ein Menſch, der zum andern Menſchen ſprach.
Am ſfolgenden Vormittag machte Probſt Frenk⸗ mann ſeine Aufwartung im Schloſſe.
In dem kleinen Saale, wo der Probſt— der bei⸗ läufig geſagt, ſich noch ganz gleich war, außer daß er etwas Fleiſch zugelegt hatte— einſt gewohnt gewe⸗ ſen war, die Gräfin von H. und die Baronin von Rawenſtein zierlich zu bekomplimentiren; dort auf dem⸗ ſelben Teppich vor dem Divan, wo die noblen Füße geruht hatten, ſtanden jetzt ein paar ſehr wackere ſchwarze ederirhelſ die den unterſten Theil von Madame Lind⸗ bom's Perſönlichkeit ausmachten. Liſa, die ſtets vor⸗ ſorglich ihre hausmütterlichen Geſchäfte in Obacht nahm, war gerade damit beſchäftigt, eines der pracht⸗ vollen Kiſſen zu beſichtigen, an welchen die Motten ihr Behagen gefunden hatten..
„Was für nachläſſige Menſchen waren das, daß


