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als Deine Lippen, und wie kannſt Du mich ſo höhnen?“ „Höhnen, Leiler? nein, nein, gewiß nicht!“—
Alfhild's Thränen fielen heiß auf die Hand herab,
welche die ihrige umſchloß. Die Lippen des Architekten ſchlürften die bittenden Thautropfen auf; aber dieſe vermochten doch nicht die Unruhe zu beſänftigen, die von Neuem durch ſein Weſen glühte.
Blick eine Lüge? Spricht er nicht eine andere Sprache
„Heißt das nicht doppelt verhöhnen, meine Ge⸗
liebte,“ fragte er bitter,„wenn Du mich dieſe Zeichen Deines warmen Gefühles ſehen, in Deinem Blick leſen läſſeſt, und ſie doch mit Deinen Lippen verneinſt?“
„Ich habe ſie nicht verneint, Leiler.“
„Nicht? Nun, Gott gebe denn, daß meine Ohren ſich getäuſcht haben! Aber ſagteſt Du nicht, daß Du von Onkel Sebaſtian überredet, nur deßhalb hieher kamſt, um Dich zu überzeugen, daß ich Dir nicht zürne?“
„Ja, Leiler, das ſagte ich; aber das widerſpricht dem nicht, was ich eben ausſprach, denn den Gefühlen gebietet Niemand. Sie kommen und wurzeln feſt, ohne Frage oder Erlaubniß: ſie gehorchen alſo keinem Rich⸗ terſtuhl. Aber in ihrer Offenbarung ſind ſie dem Ur⸗ theil unſerer Vernunft und unſeres Gewiſſens unter⸗ worfen. Meine Gefühle, Leiler, bleiben ewig dieſel⸗ ben; wenn ich aber nur weiß, daß Du mir nicht zürnſt, ſo bin ich beruhigt, und will geduldig abwarten, was die ferne Zukunft bieten kann.“
Auf Leiler's Lippen zitterte ein bitteres Lächeln. —„Du biſt in der That mit ſehr wenig zufrieden,“ verſetzte er, indem er die wilden Roſen, die zu ſeinen Füßen wuchſen, heftig zerpflückte und umherſtreute; „ja mit ſehr wenig, Alfhild. Du willſt nicht einmal wiſſen, ob ich Dich ewig lieben, Dir ewig treu ſein werde.“
„Nein, Leiler, das will ich nicht wiſſen, das habe ich kein Recht zu wiſſen, bis“— ſie ſenkte die Stimme. —„Was wir in der Tiefe unſerer Herzen fühlen,


