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ſelbſt fühlte einen ſolchen Grimm gegen den Architekten, daß er ſich nicht mit ihm einlaſſen wollte. Aber der Alte hätte die Fingerſpitzen des armen Mädchens preſ⸗ ſen können, bis das Blut herausgeſpritzt wäre, und ſie hätte doch nicht die Lippen geöffnet, wenn nicht der Zufall in Bund mit ihm getreten wäre. Dieſer Zufall kleidete ſich in die Geſtalt eines Ar⸗ beiters, der etwas Nothwendiges mit dem Kapitän zu
ſprechen hatte, denn dieſer war der Rathgeber des gan⸗
zen Kirchſpiels in allen weltlichen Dingen, welcher Art ſie auch ſein mochten.„Gott ſegne den gnädigen Herrn Kapitän! dürfte ich nicht ein Wort mit ihm ſpre⸗ chen?“— Er verbeugte ſich demüthig, und drehte den ſchlappen Hut fleißig zwiſchen ſeinen ſchmutzigen Fingern.
„Ei warum nicht, Vater Andres,“ erwiederte Se⸗ baſtian freundlich, und entfernte ſich mit dem Manne, welcher, da der Kapitän ſo freigebig mit ſeiner Zeit zu ſein ſchien, ebenfalls die Gelegenheit benützte und ſich alles ſeines geheimen Kummers entledigte, den er nach allen Richtungen wandte, um denſelben dem Zu⸗ hörer klar zu machen, und ſo einigen guten Rath zu
erhalten.
Als Leiler ſich mit dem theuren Gegenſtande der wärmſten Empfindung, die je ſeine Bruſt klopfend ge⸗ macht hatte, allein ſah, fühlte er ſich ganz und gar entwaffnet. Beleidigter Stolz, Mißtrauen, kleinliche Rache, all dieſe niedern Gefühle verſtummten, und ſein hoher, freier Geiſt ſchwang ſich empor zu dem Tempel der wahren, reinen und treuen Liebe. Seine Hand umſchloß die ihre, ſein Athem berührte ihre Wangen, und neben ihr auf dem Zimmerbalken ſitzend, beugte er ſich herab und flüſterte:„O meine Alfhild, mein lichter, reiner Engel! warum biſt Du ſo lange unſichtbar geweſen? Warum haſt Du mich ſo lange vor Sehnſucht nach einem Blick aus Deinen Augen
zerſchmachten laſſen? Sie ſind ja mein Leben; ich habe
m SFinſtern getappt, ſeit ich ſie nicht geſehen habe.“ Die Kircheinweihung von Hammarby. II. 4


