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werden zu können. Der ſcharfe Blick des Architekten entdeckte ſogleich, daß nur die Richtung die Gefahr vergrößert hatte. Mit gedämpfter Stimme, halb kalt, halb höflich ſprach er, indem er die Mütze lüftete, und ſich ſo gut es ſeine gefährliche Stellung erlaubte, vor⸗ wärts beugte:„Der Platz dort iſt ſehr unſicher; wollen ſich die Herrſchaften gefälligſt rechts halten.“ Dann wandte er ſich, wie wenn nichts vorgefallen wäre, wie⸗ der um und fuhr ganz ruhig in den Befehlen fort, die er auszutheilen hatte.
Alfhild vermochte ſich kaum auf den Beinen zu hal⸗ ten; ſte zitterte ſo ſehr, daß Sebaſtianis ſchwacher Arm ſte nicht länger zu ſtützen vermochte. Sie ſetzten ſich auf einen der Balken, die in großer Anzahl auf dem weiten Plane umher lagen.—„Sei nicht betrübt, mein Täubchen! Ich meinte es ja von Herzen gut; aber der Menſch iſt ein Unthier, das Dich nur zerriſſen haben würde, wenn er Dich in ſeine Klauen bekommen hätte,“ ſagte der Greis, indem er ſeinem Liebling ſchmeichelnd die Hand ſtrich, welche auf ſeinen Knieen ruhte.
Da ging etwas raſch hinter ihnen, und ehe ſie ihre Verwunderung gegen einander ausſprechen konn⸗ ten, ſtand der Architekt mit rothem und erhitztem Ge⸗ ſichte da, die Mütze in der einen, das Nastuch in der andern Hand.—„Ich bitte tauſendmal um Verzei⸗
ung! Ich wäre gerne ſogleich herabgeſtiegen; aber die flicht hielt mich noch einige Minuten oben. Jetzt bin ich frei, und es wird mir ein Vergnügen machen, wenn ich die Geſellſchaft ein Stück weit auf der ſchö⸗ nen Promenade nach dem Pfarrhofe begleiten darf.“
„O du Tauſendkünſtler,“ dachte Onkel Sebaſtian, aber er war doch froh, daß jener kam; denn es kehrten ja die Roſen wieder auf Alfhild's bleiche Wangen zurück, und ein Sonnenſtrahl blickte durch die beſtändigen Nebel, die den Glanz der Augen trübten.—„Ach die Liebe,““
ſagte Sebaſtian bei ſich ſelbſt, und kneipte Alfhild in
die Fingerſpitzen, um ſie zum Sprechen zu bringen. Er
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