Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1844)
Entstehung
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alten Schloſſes— und das neue glänzte dem gold⸗ und purpurgewirkten Sonnenzelte entgegen. Das ganze Gemälde war in einen Rahmen eingeſchloſſen, den über einander gethürmte Waldhügel bildeten, an deren Fuße das grünende Ackerfeld ſich in friedlicher Eintracht neben blühenden Wieſen dahin ſchlängelte. Die ganze Natur ſchien Sabbath zu halten, ſo friedlich, ſo ſchön und ruhig fühlte man ſich in dieſem herrlichen pracht⸗ vollen Reich. Da toͤnte auf einmal der friſche Lärm und das verworrene Getöſe der Arbeiter von dem Kirch⸗ hof herüber. Die Leute hatten eine kleine Ruheſtunde gehalten; aber jetzt ging es mit erneuerter Kraft los, und das Echo wiederholte weit umher die Beſehle des Architekten. Dieſer ſtand hoch oben auf dem Gerüſte, das zu der längſt aufgeführten Mauer führte.

Alfhild druͤckte den Arm ihres Onkels feſt an ſich. —„Siehſt Du ihn?“ fragte ſie beinahe athemlos. „Iſt er nicht herrlich? Sieht er nicht, wenn er jetzt ſo hoch ſteht und das Tuch über dem Kopfe ſchwenkt, aus, wie ein..

Das Mädchen erſchrack über den kühnen Flug ihrer Phantaſie, und Onkel Sebaſtian erfuhr nicht, wem der Architekt ihrer Meinung nach in dieſem Augenblicke gleich ſah. Sie traten näher unter das Gerüſt, wo Leiler zu oberſt mit anmuthiger freier Haltung gegen die äußerſte Kante des hoch aufgeführten Brettergelän⸗ ders gelehnt ſtand, das den Arbeitern bei ihren Ar⸗ beiten um die Mauer herum als Fußſtütze diente.

„Gottestod! ſchaut auf da unten!“ rief die befeh⸗ lende Stimme des Architekten, als ein Haufen kleiner Steine von der andern Seite der Mauer herabfiel und alles zu zerſchmettern drohte, was ſich unten befand. Aber er wäre beinahe ſelbſt herabgefallen, als er ent⸗ deckte, daß es Alfhild und ihr alter Freund war, die unten ſtanden. Sie waren jedoch ſchon bei Seite ge⸗

treten und ſtanden jedenfalls zu weit entfernt, um von

den umherſtiegenden Thonſtücken und Steinen erreicht