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das rothſeidene Nastuch von Alfhild's Geſicht; aber
plötzlich, wie wenn er ſich den Finger verbrannt hätte, warf er es wieder darüber und ſchwieg kurz. Der Greis begann folgende ſtille Berathung mit ſeinen zwei ab⸗ wechſelnden Bundesgenoſſen, der Schwachheit und der Vernunft:„Der Sakermentskerl! Bei meiner Soldaten⸗ ehre, nicht beſſer als der lumpigſte Taſchenſpieler! Ich wollte, er wäre vor zwanzig Jahren hier geweſen. Ja, holen mich ſieben Millionen Teufel, wenn ich das nicht wollte; denn dann hätte ich mit dem Jungen geſpielt, anſtatt daß er wie ein ächter Schurke, wie ein wahrer Dieb mit Weiberherzen ſpielt. Pfui Teufel! Kann ein Mann auf keinen beſſern Zeitvertreib gerathen, zumal ein ſolcher, der ſchon ſeinen Theil hat! Aber das Mäd⸗ chen da— ach, ach, als ich das Sacktuch aufhob, ſah ich wohl, wie ihr Geſicht wie ein gekochter Krebs, und dann gleich wieder wie die Lilien in den Blumenbeeten ausſah. Das iſt Gram, ja meiner Seele ſo iſt's, und ein Gram, der ſie hinmacht. Ich moͤchte doch wiſſen, warum er ihr nicht einen freundlichen Blick ſchenkte, als er am Fenſter vorüberging. Die Weibsleute ſind auch ſo gebrechlich, man darf ſie kaum anhauchen, ſo biegen ſie ſich wie ein Rohr dahin und dorthin. Frenk⸗ mann hatte ihn wohl gereizt; aber auf alle Fälle, da er ihm ja die Erlaubniß gab, wiederzukommen, ſo— meine ich, war es eben ſo gut, wie ein Ja— und das Mädchen ſchwindet ja vor unſern Augen hin.— Hm! wenn— ja, ja, das wäre jetzt gewiß keine Sunde! Nein, das will mir nicht in den Kopf, beſonders da er ja die Erlaubniß erhalten hat.“
Das Gewiſſen des alten Sebaſtian ſchien hier mit ſeinem Wunſche, Alfhild einen Troſt zu verſchaffen, und mit ſeinem Rechtsgefühle in Streit zu gerathen, wel⸗ ches letztere den Schritt nicht billigte, den er nicht nur als richtig, ſondern auch als nothgedrungen anſehen
wollte. Doch konnte er nicht umhin, zu geſtehen, da,,
wenn der Probſt zu Hauſe geweſen wäre, es ihm ſchwer⸗ lich in den Sinn gekommen ſein möchte, dieſen Schritt
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