Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1844)
Entstehung
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einem geſchwächten Greiſe kämpfend, der nur noch die Erinnerung an ſeine frühere Stärke beſaß; dieſer Sueif tauchte nichts und würde nur Anlaß zum Lachen eben. 9 Der Probſt Frenkmann hatte Oernroos von ſeiner Beſprechung mit dem Architekten nur den Punkt mit⸗ getheilt, der die Eheſcheidung betraf, ſo wie ſeine Ant⸗ wort, daß nämlich Leiler am Schluſſe des Prozeſſes den bereits gemachten Antrag erneuern könne. Dieſes Be⸗ nehmen des Probſtes war von Sebaſtian ſehr gebilligt worden; aber wenn er überlegte, was für ein Glück es wohl für Alfhild ſein würde, wenn ſie künftig mit einem geſchiedenen Manne von dem zweideutigen Charakter des Architekten vereinigt wäre, da ſchüttelte er den Kopf, und meinte überdieß, Alfhild würde keine drei oder vier Jahre in dieſer übernatürlichen Spannung aushalten können; und jedesmal, wenn er auf dieſen Schluß kam, jedesmal wenn er Thränen in ihren Augen ſah, oder ihren ſchweren anhaltenden Huſten hörte, ſchickte er den Architekten in ſeinen Gedanken dahin, wo weder Sonne noch Mond leuchtet; und dennoch ſann er unaufhörlich darüber nach, ob er nicht den Gram ſeines Lieblings durch das einzige Mittel lindern ſollte, das denſelben ſeiner Meinung nach aufheben oder wenigſtens weniger fühlbar machen könnte, wenn er nämlich den verhaßten Menſchen noch einmal ſehe und mit ihm ſpreche. Der Greis wußte wohl, daß Alfhild's Schmerz durch die Gewißheit, Leiler habe den Pfarrhof im Zorne ver⸗ laſſen, noch vervielfältigt wurde. Sie hatte ja ſelbſt Onkel Sebaſtian ihr Begegnen und den letzten kalten Gruß geſchildert, der noch beſtändig vor ihren Augen ſchwebte. Leiler hatte nicht einmal die letzte Entſchei⸗ dung von ihr ſelbſt verlangt. Er hielt es damals nicht für nothwendig, und es war dieß gewiß alles gut und ganz wie es ſein ſollte. Aber das Herz, das ſchwache Herz konnte ſich mit dem Gedanken nicht ausſöhnen, daß er ſie im Zorn und nicht im Schmerz verlaſſen hatte.

„Kind,“ ſagte Onkel Sebaſtian langſam und zog