Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1844)
Entstehung
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pen ilt⸗ eter

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Neigung erhalten, daß ſie nothwendig bezweifeln mußte, ob Alfhild daſſelbe erfahren hatte.

Und doch, wenn es ſo wäre! Thelma ſchauderte vor dieſer Doppelzüngigkeit; ſie hätte ſchon längſt Ge⸗ wißheit hierüber haben können; aber ſie wagte es nicht, ſich dieſelbe zu verſchaffen, ſondern vermied es mit der äußerſten Sorgfalt, jemals Leiler's Namen zu erwäh⸗ nen, wenn ſie mit Alfhild allein war.

Einige Tage ſpäter kam der Architekt eines Abends früher als gewöhnlich vom Kirchbau zurück. Als er in den Schloßhof eintrat, ſah er Thelma und Graf Albano unter einer der hohen Linden ſitzen. Leiler wollte mit einem leichten Gruße nach dem Flügel zu⸗ gehen, den er bewohnte; da rief ihm der Graf mit zuvorkommender Artigkeit zu:„Kommen Sie daher, Herr Leiler! Der Abend iſt ſo ſchön, daß meine Braut noch gerne länger hier außen ſitzen möchte. Da ich aber einen Brief zu ſchreiben habe, ſo muß ich Sie bitten, ihr auf eine Weile Geſellſchaft zu leiſten.“

Leiler gab ſeine Bereitwilligkeit mit einer Ver⸗ beugung zu erkennen, und mit einem unzuhig forſchen⸗ den Blick ſah Thelma Graf Albano nach, der die Schloßtreppe hinaufhinkte, und ihr noch einmal, ehe er verſchwand, freundlich zunickte.

Es war das erſtemal, daß Fräulein von Rawen⸗ ſtein und der Architekt ſich ſo unter vier Augen ſahen. Nie hatten ſie allein und nur wenig in Geſellſchaft mit einander geſprochen, auch fühlte Thelma in dieſem merkwürdigen Augenblick eine Unruhe, die ſie verge⸗ bens unter einem äußeren Schein von Faſſung zu ver⸗ bergen ſuchte. Sie war jetzt Braut. Die Serenaden bei der Grotte und die feurigen Blicke, die aus den Augen des Sängers blitzten, konnten, durften nicht mehr ihr angehören; und wenn es etwas gab, woran ſie mit innerlicher Befriedigung dachte, ſo war es die Gewißheit, daß ſie, welches auch die Gefühle geweſen ſein mochten, die Leilern belebten, doch niemals ein