Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1844)
Entstehung
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thun, der Menſch habe ſchon ein Weib. Die Sache wurde bei dem Grafen auf eine Art angebracht, daß ſie nur das Ausſehen eines Geſchwätzes bekam, womit man den Architekten wegen ſeiner Heimlichkeit necken konnte. Aber daß der Architekt ſchon wieder ein an⸗ deres Weib hatte, oder wenigſtens daran dachte, oder daß er vielleicht gar zwei in Petto hatte, das behielt Borgſtedt weislich bei ſich; aber oft wiederholte er in Gedanken:„Das iſt ein abſcheulicher Menſch, der Ar⸗ chitekt! Gott bewahre das gnädige Fräulein, dieſen Engel, vor ihm!

Die Erklärung, die der Graf den Damen gegeben hatte, befriedigte dieſe indeſſen durchaus nicht. Sie

z⸗ konnten nicht begreifen, wie ein ſo unbedeutendes Ding,

als die Heirath oder Scheidung eines Baumeiſters war,

ein Geheimniß zu ſein brauchte.

„Aber das hat er ja ganz deutlich auseinander⸗ geſetzt,“ wandte der Graf ein.„Unſer Architekt iſt ein feiner Mann. Er macht ſich keines ſolchen Fehlers gegen den guten Ton ſchuldig, daß er von einem Weibe ſpräche, die ihm entlaufen iſt.“ 44

„Ja, ja, das mag ſein; aber Sie Mffen zugeben, mein Schwager, daß die Sache doch etwas ſchief aus⸗

a ſieht. Ich möchte wiſſen, ob der Probſt Kenntniß da⸗ von hat.“—„O ja, das iſt ſehr wahrſcheinlich,“

antwortete der Graf, der nicht ahnte, daß er ſich durch dieſe paar Worte in ein ganzes Labyrinth von Fragen verwickeln würde.

„Nun, wenn es wahrſcheinlich iſt,“ bemerkte die Gräfin in einem Tone, der den Wunſch verrieth, der Unterhaltung eine andere Wendung zu geben;„warum hat dann der Probſt dieſe Sache verſchwiegen, als ob ſie Kontrebande wäre? Frenkmann unterläßt es ja ſonſt nie, uns die wenigen Neuigkeiten aufzutiſchen, welche die magere Gegend darbietet.“

„Gewiß,“ fiel die Baronin ein, welche wohl be⸗ griff, wohin die Gräfin zielte;„es iſt wahrſcheinlich, daß

Die Kircheinweihung von Hammarby. II.

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