Geſchwindigkeit ihre Portionen aus einander. Sobald man vom Tiſche aufgeſtanden war, ging der Architekt mit einer leichten Verbeugung auf ſein Zimmer.
„Das war verflucht, wie ich da herausplatzte,“
ſagte der Graf, indem er eine gewaltige Priſe aus der
Tabaksdoſe nahm, die ihm die Baronin hinreichte. „Ja, aber wo haſt Du denn das gehört, mein lieber Freund?“ fragte die Gräfin. „Ja, wo, Herr Schwager? ſiel die Baronin ein, die äußerſt neugierig war. „Wo ich es hörte? Nun das geſchah meiner Seele mitten auf der Landſtraße, als ich geſtern nach Ra⸗ bingsbro reiste.“ „Aber von wem?“ fragten die Damen, die die nö⸗ thige Aufklärung in der Sache verlangten. „Ich habe Euch ja ſchon geſagt, daß dieß ein Ge⸗ heimniß iſt; und ihr dürft nicht glauben, meine Da⸗ men, daß ich einen Namen verrathen werde, den ich zu verſchweigen gelobte. Das ſtreitet gegen die Ge⸗ ſetze der Ehre; und ein ſolches Vergehen kann ich mir wahrhaftig nicht zu Schulden kommen laſſen, wenn es mir ſogar die Ausſicht auf ihre höchſte Gnade eröffnete. ¹ Die Sache war ganz einfach, daß der alte Borg⸗ ſtedt dem Grafen einen Wink über das Verhältniß gege⸗ ben hatte, das er ſelbſt längſt durch ſeinen Freund, den Kapitän Oernroos, erfahren hatte; aber Borgſtedt hatte ſich nicht für befugt gehalten, die Sache zu berühren, bis er bei ſeinen abendlichen Wanderungen im Burghofe bemerkte, daß das Fenſter des Architekten für den April doch all' zu lange offen ſtand; was der Alte für um ſo ungeſunder hielt, als die ſchmelzenden Töne von dem weſtlichen Flügel aus recht gut in dem öſtlichen gehört
werden konnten. Bei dieſen Wanderungen nahm die
Bedenklichkeit Borgſtedt's überhand. Er war der Mei⸗ nung, dem Architekten ſei nicht recht zu trauen, und man müſſe dem Fräulein auf irgend eine Art zu wiſſen


