Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1844)
Entstehung
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züge Luft zu ſchaffen ſuchte. Die Uhr, nach der er me⸗ chaniſch griff, zeigte drei Viertel auf Sieben. Die Thee⸗ ſtunde nahte heran.

O Alfhild, Alfhild! du Engel meines entfernten Edens ſchwanke nicht; denn dann müßte ich dich ja hin⸗ ausweiſen, und dann iſt es vorbei, vorbei mit uns Bei⸗ den! Feſt und unerſchütterlich ſei deine Treue, deine Zu⸗ verſicht; noch einmal ſollſt du entſcheiden: aber eine vier⸗ jährige Probe kann mich nicht zufrieden ſtellen. Ich will Gewißheit, ich will nicht in der Luft nach dem Ziele her⸗ umtappen, nach welchem ich ſtrebe. Bei dieſen Worten ſtand der Architekt auf und trat vor den großen Spiegel. Ein paar Augenblicke ſtand er unbeweglich und betrach⸗ tete die noch nicht in ihre gewöhnliche Ordnung zurück⸗ gekehrten Züge; aber gehorſam und ſchweigſam unter der Hand des Meiſters legten ſie ſich bald wieder in jene

zierliche Form, die dem bürgerlichen Weltmann ſo wohl

anſteht, wenn er den Umgang von Adeligen genießt, in deren ſchirmendem Umkreis er lebt.

Leiler kleidete ſich mit jener äußerlichen Sorgfalt

an, die er ſtets liebte, obwohl er nicht die geringſte Auf⸗ merkſamkeit darauf zu verwenden ſchien. Und als er mit der Bürſte in der Hand die krauſen Locken ſeines ſchwarzen Haares hinaufſtrich, ſchwebte ein Etwas um ſeine Lippen, das auch ein minder ſcharfſichtiger Men⸗ ſchenkenner für einen hohen Grad von Selbſtzufrieden⸗ heit hätte halten müſſen. Er ſchob dann die Gardine bei Seite und ſah nach dem linken Flügel hinüber, in wel⸗

chem ein gewiſſes Fenſter gerade dem ſeinigen gegenüber

lag. Dort zeigte ſich jedoch nichts Anderes, als die grü⸗ nen verſchloſſenen Jalouſien.

Sie iſt wohl ſchon drinnen, dachte der Architekt, nahm ſeinen Hut und ging raſch über den Burghof.

Als er in den Saal trat, war ſchon die gewöhn⸗ liche Beleuchtung angezündet, die drei Kerzen im Kron⸗ leuchter und die zwei Wachslichter auf dem Divantiſche. Auf dem Sopha hatte ſich die Baronin und die Gräfin