Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1844)
Entstehung
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Abweichung von dem Glauben an ſie ſelbſt beinahe wie das Vergehen der Mutter Eva betrachten, als ſie im Paradieſe das Verbot ihres Herrn und Schöpfers vergaß.

Eva wurde zu Mühe und Beſchwerde hinausgetrie⸗ ben; aber Alfhild's Urtheil konnte nicht ſo ſtreng aus⸗ fallen, denn der Engel, der das Paradies der Liebe im Herzen des Architekten bewachte, ſtritt für Alfhild und würde geſiegt haben, wenn nicht die Anſpielungen des Probſtes auf den Gemüthszuſtand ſeiner Tochter, ſowie ſeine anfängliche Weigerung bei Leiler's herzlicher und offener Bitte ihn gereizt und ſein ſtolzes, ſelbſtſüchtiges Ich verletzt hätte.

Dieſe Gereiztheit vermochte Leilern zu jenen Hin⸗ deutungen auf ein Ereigniß, von deſſen Kenntniß er kei⸗ nen Gebrauch gemacht haben würde, wenn er ſich hätte beherrſchen können. Er bereute auch ſogleich dieſen Schritt; aber die erkünſtelte Kälte und Gleichgültigkeit des Probſtes ſteigerte Leiler's Bewegung zur gänzlichen Wuth, obwohl er dieß damals unter einer Oberfläche von Eis und Schnee zu bergen vermochte. Wie gewöhnlich erhöhte ſich noch ſeine Erbitterung durch den Aerger und den Zorn, ſich bloßgeſtellt zu haben; und deßhalb fand Probſt Frenkmann's ſpäterer und faſt freundſchaftlicher Vorſchlag keinen Weg mehr zu ſeinem Herzen. Stür⸗ miſche Leidenſchaften und dunkle Vorſtellungen ſtachelten ihn; und ſo weit war es gekommen, daß er bei Alfhild's Anblick zwar einen ſcharfen Dolchſtich durch ſeine Seele zucken fuͤhlte, aber dennoch nur mit einem kalten, flüch⸗ tigen Gruße an ihr vorübereilte.

Aber allmälig legte ſich der Sturm in ſeiner Seele, und nur leichte Wellen wölbten ſich noch nach ſeinem wilden Dahinbrauſen. Der Architekt fuhr mit dem großen ſeidenen Tuche über die Stirne und trocknete die Schweißtropfen ab, knöpfte dann das Wamms auf, da⸗ mit ſeine gepreßte Bruſt Athem ſchöpfen konnte. Er warf ſich oft in halb liegender Stellung nach der Sopha⸗ lehne zurück, indem er ſich durch tiefe anhaltende Athem⸗