Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1844)
Entstehung
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Wunſches gebe, die jedoch gelöst werden könnten. Er hätte nicht an mir zweifeln ſollen.

Das wäre doch zu viel begehrt geweſen, ſagte Alfhild vermittelnd.Der Schein war ganz gegen Dich, als der Norweger, der hier zu Gaſte war, uns von Deiner Ehe erzählte Du mußt Dich erinnern, daß weder dieſer noch mein Vater die geringſte Ahnung von dem hatte, was Du mir eben anvertrauteſt. Und überdieß, Leiler, ſo wie es nun einmal iſt...

Ja, wie es nun einmal iſt, vollendete der Archi⸗ tekt,ſo muß er wohl Vernunft annehmen. Drei Jahre ſind ja keine Ewigkeit. Wir ſind ja Beide jung, und zudem will ich in dieſer Zeit ſo oft und viel in Schwe⸗ den ſein, daß keine finſtere Grillen in Deinem Herzen Wurzel ſchlagen und die Saat erſticken ſollen, meine Alfhild, die einmal in erneuerter Farbenpracht aufſchießen und blühen wird, wenn ſich endlich das feſte Band ſchlingt, das unſere Seelen für Zeit und Ewigkeit vereinigt.

Ach Leiler, erwiederte Alfhild,wenn dieſe Zeit kommt, ſo wird Vieles verändert ſein. Ich kann, o ver⸗ zeihe mir das, ich kann mich unmöglich mit dem grau⸗ ſamen Gedanken verſöhnen, mein Gluͤck auf Koſten einer edlen Nebenbuhlerin errungen zu haben. Leiler, ich be⸗ ſchwöre Dich, ſprich nicht mehr ſo. Ich bebe vor dieſen Verhältniſſen, ſie umnebeln meinen Verſtand, und die Liebe iſt ein zu parteiiſches Gefühl, um hier allein den Ausſchlag geben zu können.

Welchen Ausſchlag? fragte Leiler und ſeine Lippen zitterten merklich.Was verſtehſt Du darunter, Alfhild?

Ich verſtehe darunter, Leiler, daß wir nicht mehr an eine Verbindung denken ſollen, von der wir jetzt nicht einmal das Recht haben, zu ſprechen. Möge das von der Zukunft abhangen, ſie wird von ſelbſt entfalten, was ſie in ihrem Schooße trägt; aber wir dürfen nicht mit dreiſter Hand den Schleier heben, und dadurch unſere Herzen mit einer ſchwereren Schuld belaſten, als ſchon auf ihnen liegt. Laſſe Alles ſein, wie wenn es nie geweſen wäre, bis Du frei biſt und wieder das Recht haſt, von Liebe zu ſprechen.