Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1844)
Entstehung
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Unruhe über das Recht oder Unrecht derſelben ſein mußte? — Alfhild hatte keine Antwort für Leilers Troſt; es mangelte ihnen der Frieden; den konnten ſeine Worte nicht herbeiſchaffen. Sie ſchüttelte mit ſchmerzlicher Wehmuth den Kopf, und legte ihn wieder nieder, als ob ein Verſuch, ihn zu erheben, ſich nicht mehr der Mühe verlohnte. „Du biſt jetzt zu tief erſchüttert, geliebte Alfhild, um mich und meine Gefühle recht begreifen zu können;“ ſprach Leiler, und bemühte ſich, aus ſeinem Tone wenig⸗ ſtens den Verdruß zu bannen, den er darüber empfand, als er ſich bei ihr nicht ganz gerechtfertigt fand, bei ihr, die doch nie einen Gedanken haben ſollte, der ſich nicht in ſeinem eigenen wiederſpiegelte.„Doch ich hoffe, es wird beſſer werden,“ ſetzte er hinzu,„wenn ich Dir täg⸗ lich Muth und Hoffnung zuflüſtern darf. Du haſt zu lange allein gelitten.“ Ach ja, Leiler, wohl habe ich lange gelitten, aber

* nicht allein. Onkel Sebaſtian verſtand mich von Anfang, und hat mich, ſo gut er konnte, in dieſer ſchweren Prü⸗ fung zu beruhigen und aufrecht zu erhalten geſucht. Aber was das tägliche Zuflüſtern von Muth und Hoffnung be⸗ trifft, Leiler, ſo müſſen wir dem entſagen; denn mein Vater hat dem Grafen erklärt, daß Du nicht länger im Probſthofe bleiben könneſt. Du wirſt künftig auf dem Schloſſe wohnen. Wäre mein Vater jetzt zu Hauſe ge⸗ weſen, oder Onkel Sebaſtian nicht wegen eines zufälligen Kummers in ſein Zimmer eingeſchloſſen, ſo hätten wir gewiß keine Gelegenheit gefunden, mit einander zu ſpre⸗ chen. Mein Vater iſt höchlich erzürnt, das merkte ich wohl, obwohl er mit mir kein Wort darüber geſprochen hat.“

Alfhild merkte nicht, daß die alte Vertraulichkeit ſich wieder in ihren Ton einſchleichen wollte, aber mit ihm zu ſprechen, und fremd und kalt zu bleiben, war mehr, als das in der Schule der Welt wenig bewanderte Weib vermochte.—„Das iſt, bei Gott! eine höchſt unange⸗ nehme Neuigkeit, meine theure Alfhild,“ verſetzte der Ar⸗ chitekt in einem düſtern, ſchwermüthigen Tone.„Das Schloß wäre wohl der Aufenthaltsort, den ich am letzten

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