Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1844)
Entstehung
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auferlegteſt? Ich habe ſie doch ſo vortheilhaft ſchildern bren.“ 3„Nein, Alfhild, Gott bewahre mich, Dich in einer ſolchen Vermuthung zu beſtärken! Marie, weit entfernt, ein ſchlechtes Weib zu ſein, iſt eine der beſten ihres Ge⸗ ſchlechts, und ſchön iſt ſie, ja ſogar ſchöner als Du, meine Geliebte!— Du hörſt, daß ich nicht parteiiſch bin— aber ihr Herz verſtand das meinige nicht, meins nicht das ihre. Wir blieben kalt gegen einander, denn kein Funken Wärme lebte in unſerer Ehe, der mit einem andern Funken vereinigt geweſen wäre. Ein Band, nur eines gab es zwiſchen uns. Wir hatten einen Sohn; aber Gott nahm ihn zu ſich, und ich glaubte darin eine Billigung des Vorſatzes zu erblicken, den ich ſchon zum Voraus gefaßt und Marien mitgetheilt hatte. Ich will Dir nicht verbergen, meine Alfhild, daß ich jetzt erſt erfahren habe, daß mein Weib niich ſtets geliebt hat; aber daraus entſtand nur ein noch unnatürlicheres Ver⸗ hältniß, und wir ſahen Beide ein, der einzige Ausweg, der uns bleibe, ſei die Auflöſung eines Bandes, das Pflicht und Verhältniſſe knüpften, die ich Dir, wenn Du ruhiger biſt, mittheilen werde. Und nun, mein einziges, theures Mädchen, weißt Du genug, um Dich nicht mehr u beunruhigen! Baue auf meine Liebe und meine Ehre. Nach drei Jahren bin ich frei und ſobald das Geſetz mir die erſehnte Freiheit gegeben hat, feiern wir unſere Hoch⸗

.. 2: 9. 47 4.. zeit, und ich laſſe mich für immer in Schweden nieder. — Alfhild ſchwieg. Wunderliche, helle und dunkle Ge⸗ danken durchkreuzten ihr glühendes Gehirn. Nur mit Mühe wurden ſie klarer; denn ſie fanden keinen Stütz⸗ punkt, nicht einmal in dem gefährlichen Gefühle ſelbſt; auch dieſes empörte ſich. Mit dem Gatten einer Andern verlobt zu ſein, ſich mit einem geſchiedenen Manne zu verbinden, deſſen Weib ſtets Thränen in den Kelch ihrer Freudenblumen weinte; konnte das recht, konnte das vor Gott erlaubt ſein, konnte das ihr ſchuldloſes Herz befrie⸗ digen, das, um vollkommen glücklich zu ſein, bei der wichtigſten Handlung ihres Lebens durchaus frei von jeder

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