Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1844)
Entstehung
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ſchah bald; das Bild von Leilers Gattin trat zwiſchen ſte. Mit der ganzen ſchwachen Kraſt ihrer ſeinen abge⸗ magerten Hände ſchob ſie ihn heftig von ſich.—„Gott, was willſt Du hier?“ war Alles, was ſie hervorzubrin⸗ gen vermochte; und ihr Geſicht in den Händen verber⸗ gend, wandte ſie es von ihm, damit er nicht ſehen möchte, wie ſie vor ſeinem Anblick bebte und ſchauderte.

„Alfhild, biſt Du es? Was iſt das?“ fragte Leiler und trat mit der höchſten Verwunderung ein paar Schritte zurück.

Sie konnte nicht antworten. Ein mehrere Sekun⸗

den zurückgehaltener Huſten brach jetzt mit deſto größerer Heftigkeit aus. Der Architekt umſchloß ſie feſt mit ſeinem einen Arme, obwohl ſie ſich⸗ſträubte und jede ihrer Be⸗ wegungen deutlich ein Gefühl des zitternden Abſcheus ausſprach. Es half nichts. Seine andere Hand ſtützte ihren Kopf.—„Meine Geliebte, meine Alfhild! Ich weiß nicht, ob dieß nur ein grauſamer Traum iſt; aber das weiß ich, daß Du Deine Geſundheit nicht recht in Acht nahmſt,“ klagte Leiler in einem ſchmerzlich aufge⸗ regten Tone.

In dem Blicke, der den ſeinigen traf, ſpiegelte ſich der zerſtörte Zuſtand ihres Gemüths, aber die Lippen zitterten zu heftig, um ein Wort hervorbringen zu kön⸗ nen. Er führte ſie zum Sopha, gegen deſſen Kiſſen ſie den Kopf zurücklehnte. Die ſchmerzlichen Stiche in die Bruſt wurden immer häufiger; aber der äußere Qualgeiſt verſchwand. Sie lag ſtille, und ruhte in einer kurzen wohlthätigen Betäubung von Leib und Seele.

„Das war ein düſterer und unerklärlicher Empfang, meine theure, ſüße Alfhild,“ flüſterte Leilers Stimme

ſchmeichelnd in ihr Ohr. Mit der höchſten Anſtrengung erwiederte ſie:„Wie können Sie ſo zu mir ſprechen, Leiler?— ſo— ſo?— Dachten Sie nicht, daß ich— daß ich wenigſtens ein⸗ mal Ihre Heuchelei erfahren würde?— Sie ſind ver⸗ heirathet und ſprechen zu mir von Liebe!“— Sie ver⸗

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