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Brenupunkte verſammelten, und es war ihr ein pein⸗ liches Gefühl, den verachten zu müſſen, den ſie liebte.
Man behauptet, daß das Weib den nicht lieben fönne, den ſie verachten müſſe, oder nicht hochachten dürfe; aber es gibt doch ſehr oſt Ausnahmen hierin. Sie liebt den, der unter einer Lichtgeſtalt ihr Herz gewonnen hat; und wenn die Illuſion verſchwunden iſt, ſo iſt es nur der Eindruck des Gefühls, der ſich weſentlich ver⸗ ändert. Die Liebe war vorher ihre höchſte Luſt,— jetzt iſt ſie ihre höchſte Qual.
Fünfundzwanzigſtes Kapitel.
Kapitän Oernroos machte heute ein großes Kreuz in ſeinem Kalender. Es war der zwölfte April; ein wah⸗ res Trauerfeſt. Sein altes treues Roß, daß ihm wie ein theurer Kamerad in Glück und Noth ehrlich zur Seite geſtanden, war von dem Alter ſo mitgenommen worden, daß der Kapitän es zum Tode verurtheilen mußte, obwohl es mit ſchwerem Herzen geſchah; und mit aller Feierlichkeit hatte es nun am Morgen einen Schuß erhalten, der der Gebrechlichkeit eines unnützen Lebens ein Ende machte. Onkel Sebaſtian, der nicht zu viel Weſen beſaß, an die er ſich hätte anſchließen können, war dem treuen Thier mit beſonderer Liebe zu⸗ gethan geweſen; und man konnte wohl ſagen, daß nach Alfhild das Roß der Gegenſtand ſeiner zärtlichſten Vor⸗ ſorge war. Dazu kam, daß Onkel Sebaſtian, nun ſelbſt alt, bedachte, nachdem Polle jetzt hinüber gewandert ſei, werde wohl bald die Tour auch an ſeinen Herrn kommen. Alles das hatte den Greis trüb geſtimmt, daß er, um ganz mit ſich und ſeinen Betrachtungen allein zu ſein, die Kammerthüre geſchloſſen hatte und Nie⸗ mand ſehen wollte.
Der Probſt war auf einer Abendmahlfahrt, und Alfhild ſaß allein im Saale und ſpann; aber die Fä⸗ den, welche ſie aus dem feinen Flachs zog, wollten nicht
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