Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1844)
Entstehung
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marktsfahrt; ſeit dieſer iſt ſie nicht mehr recht munter geweſen.“

„Ja, ja, freilich hatte die Jahrmarktsreiſe ihren guten Antheil an der Krankheit, aber ob dieſer in einer Erkältung beſtand, will ich dahin geſtellt ſein laſſen. Meint denn das gnädige Fraͤulein, daß es keine anderen Urſachen geben könne?“

„Nein, das ſehe ich wahrhaftig nicht ein! Ich war ja ſeitdem ſelbſt ein paar Mal im Probſthofe, und habe ſie entſetzlich huſten hören, auch litten ihre Augen von dem hartnäckigen Schnupfen.“

„Schnupfen,“ wiederholte Anna mit einem kleinen, höchſt ſchnippiſchen Zuſammenpreſſen des Mundes,„es kommt doch leider Gottes auch hie und da vor, daß die Augen des gnädigen Fräuleins ebenfalls roth und ge⸗ ſchwollen ſind, ohne daß irgend Jemand im Hauſe den Schnupfen hat.“

Thelma erröthete leicht. Das Bedürfniß, ein Weſen zu beſitzen, mit dem ſie bisweilen ſprechen konnte, wenn es auch nur die untergeordnete Stelle einer Kammer⸗ jungfer einnahm, hatte Anna eine gewiſſe Freiheit und einen Anſtrich von Herrenhofbildung gegeben: ein Ding, womit ihre Schweſter, die Stuben⸗Stine im Probſthofe, nicht prahlen konnte; aber ſie war auch nicht die Jungfer des Fräuleins, und hatte von Natur keinen Gefallen an der Feinheit und dem vornehmen Tone, worin ſich die kleine Anna übte, beſonders wenn ſie bei ihrer Schweſter war, oder an der Kirche eine von ihren ehemaligen Be⸗ bonien in blauen oder ſchwarzen baumwollenen Röcken

raf. In dem Geſpräch war eine kleine Pauſe eingetreten. Thelma knarpelte an einem Stück Zucker; aber ſo gerne ſie auch erfahren hätte, was Auna auf dem Herzen hatte, ſo konnte ſie es doch nicht über ſich bringen, nach dieſer letzten Bemerkung derſelben eine weitere Frage zu ſtellen.

„Befiehlt das gnädige Fräulein noch mehr Thee?“

„Nein, ich danke, Anna; aber da fällt mir ein,