Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1844)
Entstehung
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hörbar ſtammelte ſie:„Leilern— das erinnere ich mich wirklich nicht.“

„Nicht? So, deſſen erinnerſt Du Dich nicht? Warum wechſelt denn die Farbe ſo ſchnell auf Deinen Wangen, vielleicht weißt Du auch nicht, warum Du das thuſt? Nimm Dich in Acht, Thelma!“— Albano's Stimme zitterte vor innerer Bewegung; ſeine Augen ſprühten Feuerſtrahlen.—„Nimm Dich in Acht! Ich kann fromm gegen Dich ſein, wie ein Lamm; aber reize mich nicht,

denn dann verwandelt ſich das Lamm leicht in einen

Tiger, der ſeine Gebieterin ohne Rückſicht zerreißt, wenn ſie ihm mit den weißen Händen Broſamen von einem Tiſch zuwirft, wo ein anderer vielleicht geſchwelgt hat.“

Thelma ſank in einen Lehnſeſſel zurück und ließ die Stirne auf der Hand ruhen. Wie Wellen hob und ſenkte ſich ihre Bruſt, während ſie nach Luft ſchnappte. Dieſe Scene war alſo das Vorſpiel zu ihrem künftigen ehlichen Le⸗ ben! Innig wünſchte ſie zu ſterben, nach dem Hauſe ihres Vaters heimzugehen, ehe der Vorhang zu dem ſtürmiſchen Trauerſpiele aufgezogen wurde, das ihre Mutter ſie täg⸗ lich als den Eingang zu dem Tempel des Glücks anzu⸗ ſehen ermahnte.

„Habe keine Furcht, Thelma, ſei nicht betrübt,“ ſprach Albano in einem etwas ſanfteren Tone, indem er mit der Hand ihren Kopf aufzurichten ſuchte, um ihn an ſeine Bruſt zu ſtützen. Sie bebte heftig zuſammen. Dieß that ſie ſtets bei der geringſten Berührung von ihm, aber dießmal wurde ihr Zittern zu einer ganz krampfhaften Bewegung. Es kam ihr vor, als ob der Tiger ſchon nach ihrem Halſe ſuchte, um ihn mit ſeinen Klauen zu erfaſſen.—„Laß mich, laß mich!“ bat ſie angſtvoll, und ſuchte ihren Kopf aus Albano's Umarmung zu befreien.

„So, Du ſchauderſt vor mir zurück! Ha, ha, ha! eine liebevolle Braut!“ Er ließ ſie los und ging unter heftigen Bewegungen in der Gallerie auf und nieder.

Er wagte es nicht, bei ſich ſelbſt zu zutſcheiden, ob

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