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Vierundzwanzigſtes Kapitel.
Was biſt Du, Hoffnung? Du erträumteſt goldnes Einſt,
Was biſt Du worden? Wie ein grauer Nebel Bei Sternenſchein, auf Herbſtes Feld erzeugt, Liegſt Du vor meinem Blick, ein formlos Chaos; Die Erde hat mir keine Freude mehr zu ſchenken; Nicht in der Zeiten Schooße graut Erlöſung. 3 Stagnelius. Die Märzſonne hatte jetzt die Furchen in der gefro⸗ renen Erde wieder aufgeſchmolzen und die ſcharfen Froſt⸗ nächte im April ſie ausgefegt, ohne daß noch die ge⸗ ringſte Nachricht von Leilern anlangte.
„Das iſt mir ein ſonderbarer Herr, das,“ ſagte der Graf von H. eines Tages zu dem alten Borgſtedt.„Und beliebt es ihm nicht bald, ſich einzufinden, ſo verſchreibe ich einen andern Baumeiſter.“
„Das gebe Gott,“ erwiederte Borgſtedt. Er hegte ſeine eigene Ueberzeugung; denn er hatte die Töne der verführeriſchen Serenaden aufgefangen, die vorigen Herbſt vor der Felsgrotte gegeben wurden, und dabei eine Ge⸗
ſtalt, über die ſeine alten Augen ſich nicht täuſchen konn⸗
ten, zwiſchen den ſchattenreichen Linden des Parkes durch⸗ ſchimmern ſehen.
Aber der alte Borgſtedt wollte ſeine Hand nicht bei einem ſo gefährlichen Spiele haben; deßhalb ſchwieg er! Denn Sprechen hätte ja wenig geholfen; jetzt aber ſagte er doch von ganzem Herzen:„das gebe Gott! der Herr Graf könnte nichts Beſſeres thun.“
„Wie ſo, Borgſtedt? Was meinſt Du damit? Du 4 wirſt Dich doch erinnern, daß Leiler ein geſchickter junger
Mann und vom Biſchof empfohlen iſt; die Sache muß alſo, wie Du einſehen wirſt, mit einer gewiſſen Conſide⸗
ration behandelt werden. Man muß das wohl bedenken.“ „Freilich, Herr Graf; aber..“ Borgſtedt blieb bei dieſem Aber ſtehen. Aber er hatte keinen triftigen Grund,
den er anzuführen wagte, und der Graf, der dieſe lahm
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