Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1844)
Entstehung
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Kenntniß von etwas Beſſerem beſitzen, um dabei glück⸗ lich ſein zu können.“ Marie lächelte; aber in dieſem Lächeln lag Etwas,

was Blums Scharfblick recht wohl zu deuten verſtand.

Es ſagte ihm deutlich, daß ſie ihn für unfähig halte, Alles zu faſſen, was in dem Umkreiſe jenes wärmeren

Gefühles liege, das that ihm wehe; es kränkte ihn ſo⸗ gar.—„Sie glauben mich alſo ſo kalt wie die Felſen um uns her?“ fragte er mit einem leichten Anſtrich von Unwillen.

„Nicht gerade das, beſter Blum. Sie ſind gewiß ſo warmfühlend und gut, als irgend ein Menſch ſein kann; aber für die, welche lieben, gibt es eine andere Art von Wärme, welche nur ſie verſtehen können.“

„Und in dieſe Klaſſe kann ich alſo nicht gehören, meint Madame Leiler?“

„Ich weiß nicht, Blum, was ſie noch thun können; aber ich glaube nur, daß es weder Gewohnheit, noch eine völlige Unkenntniß von etwas Beſſerem braucht, um auch in einer ſo öden Gegend, wie dieſe, ſich ganz glück⸗ lich zu fühlen, wenn man da mit einem Manne lebt, den man liebt und von dem man wieder geliebt wird; denn dann gibt es keinen Platz mehr in der öden Natur⸗ Die Liebe gibt ihm Leben. Wärme iſt in Allem, wenn die Seele warm iſt. Aber verzeihen Sie mir, Blum, ich ſchwärme ſelten; doch bin ich jetzt nicht im Stande, mich deſſen ganz zu enthalten. Die herbſten Widerſprüche erwecken oft unſere Sympathieen.“

„Ja, zu einer gewiſſen Zeit,“ bemerkte Blum,„aber die Seele ſucht auch etwas Gleichgeſtimmtes, und keine Harmonie kann aufkommen, ehe ſie ihren Gegenſtand ge⸗ funden hat.“ 3

„Ach, was ſagen Sie, Blum? Wie ſollte es denn mit denen gehen, die keinen Gegenſtand haben und nie einen haben werden.“

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„Das war ein entſetzlicher Gedanke, Madame Lei⸗

ler! Gott bewahre Sie, ihn zu nähren! Niemand iſt ſo