Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1844)
Entstehung
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getünchten Wände in zwei kleinen, aber äußerſt ſaubern Zimmern, wurden von einem zwar nicht ſtarken aber doch hinreichenden Kaminfeuer beleuchtet; und eine Kerze, die auf einem mitten im Zimmer befindlichen groben Ti⸗

ſche ſtand, verbreitete ein helles Licht über die bewegten

Gegenſtände.

An der einen Seite des Tiſches, ſaß ein junges Frauenzimmer in einem braunen Wollkleide, mit einem ſittſam umgelegten, gelbgeſtreiften Halstuch. Sie ſang die Melodie eines altmodiſchen Walzers leiſe vor ſich hin, und während die eine Hand ſich fleißig mit dem gelben Flachſe beſchäftigte, den ſie in den feinſten Fäden auszog, nahm ſie mit der andern das Tuch zuſammen, das von dem kleinen fleiſchigen Weſen aufgemacht worden war, welches quer über ihren Schooß lag, und ſo frei mit den Füßen herum ſtampfte, als es die unbequeme Bekleidung nur erlaubte. Dieſem jugendlich friſchen und gut ausſehenden Weibe gegenüber, ſaß ihr Mann, der Prediger. Er ſchien ein Mann in mittlerem Alter zu ſein; und in ſeinem ganzen Weſen lag jener ſtille, zufriedene Ausdruck, der von Genügſamkeit, auch mit dem beſcheidenſten Theile irdiſcher Güter zeugt. Er war eifrig beſchäftigt, ein Fiſchnetz auf⸗ zubinden.

Beim Anblick der Fremden erhoben ſich beide, und jetzt hätte man ſehen ſollen, wie ſie ſich beeiferten, ihren Gäſten die freundlichſte Aufmerkſamkeit zu widmen. Was im Hauſe aufgetrieben werden konnte, wurde ſogleich auf⸗ getiſcht; und als die ungekünſtelte, aber von Herzen guter Wirthin Marien nach beendigtem Abendeſſen in das in⸗ nere Zimmer führte, welches das ihrige werden ſollte, ver⸗ ſtanden ſie einander ſchon wohl, und Marie empfand bald

das ungewöhnliche Glück, an einer weiblichen Bruſt aus⸗

weinen zu dürfen, die ein warmes Gefühl für ihren Schmerz hatte.

Blum blieb einige Tage in dieſer kleinen abgeſonder⸗ ten Welt. Während dieſer Zeit ging er mit Marie um⸗ her, und wenn ſie beide an einer jener kleinen Stuben

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