Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1844)
Entstehung
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„Was, liebe Marie? Was Du auch wünſcheſt, wird mir heilig ſein. Sprich es offen aus.“

„Nun wohl, Leiler, ich will gehen, mich von Dir trennen... und Du...“

Der Architeft begriff leicht, was für Gründe Ma⸗ rien veranlaſſen konnten, ihre ruhige, ſichere Heimath, die ihr theuer gewordene Wohnung verlaſſen zu wollen, und kam ihrem Wunſche mit der feinen, artigen Aufmerk⸗ ſamkeit entgegen, die jetzt wieder in ihm erwachte, und ſich in ſeinem äußerlichen Benehmen beurknundete.

„Beſte Marie,“ ſagte er innig,„überlaſſe das mir und Blum; wir werden es ſo machen, wie Du wünſcheſt.“

„Gut, Leiler, dann bleibt nichts mehr übrig,“ erwiederte ſie mit unſicherer Stimme, ließ den Kopf⸗ ſinken und wollte das Zimmer verlaſſen, als Blum ein⸗ trat. Die tiefe Bedeutung des gegenwärtigen Momentes gab ihr noch einige Augenblicke Kraft. Sie faßte Blums Hand, und ſprach in ruhigem und ſtillem Tone:„Darf ich Sie nicht künftig wie bisher als meinen wahren Freund anſehen? Ich werde jetzt doppelt der Vorſorge bedürfen, da ich nun keinen Beſchützer mehr habe. Ru⸗ dolph und ich haben eben durch freiwillige Uebereinkunft entſchieden, daß wir unſere Ehe auflöſen wollen.“

Blums Augen flogen mit einem ſonderbaren Aus⸗ druck von Einem zum Andern.„Die Auflöſung Ihrer Ehe,“ wiederholte er mit ſo feſter Stimme, als er ver⸗ mochte,„und freiwillig von Ihrer Seite, Madame Leiler!

Habe ich recht gehört; iſt es wirklich ſo, haben Sie ſich bei dieſem Schritt auch wohl beſonnen?“

„Freiwillig, Blum,“ erwiederte Marie,„und Zeit zum Beſinnen hat mir nie gefehlt. Ich bin vollkommen überzeugt, daß nach dem, was in der letzten Zeit vor⸗ gefallen iſt, nur noch der Schein einer Verbindung zwi⸗ ſchen uns beſtehen kann, und in dieſem Falle, Blum, muß auch der Schein verſchwinden. Ich habe es daher

auch ſelbſt ſo gewollt.“ „In Gottes Namen denn!“ ſprach Blum,„obſchon

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