Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

228

iccht deutlicher ausſprechen. Ein Gefühl der Schaam— ſo kränkend für einen Mann, der ſich unfähig glaubte, eine Handlung zu begehen, die gegen die ſtrengſten Ge⸗ ſetze der Ehre ſtritte, der aber doch mit dieſer zartfüh⸗ lenden und allmächtigen Herrſcherin zanken mußte, um ſie und ſich ſelbſt zu überzeugen, daß er gerade jetzt nach ihrem Gebote handelte;— ein ſolches mißliches und unbehagliches Gefühl empfand Leiler, und dieß hinderte ihn fortzufahren. In unruhiger Spannung wartete er den endlichen Ausſpruch ſeines Weibes ab.

„Ja, ich habe beſchloſſen, Rudolph!“ Marie ſprach mit gewaltſamer Anſtrengung und ſo ſchnell, daß ſie beinahe zwiſchen jedem Wort den Athem verlor;„in— in— in— Deinen Vorſchlag einzugehen! Das heißt, ich will, es iſt mir recht, ich willige in eine Tren⸗ nung ein.“

Bei der Bewegung einer ſchlecht verhehlten Freude, welche Leiler in dieſem Augenblicke machte, zog ſich Ma⸗ riens Herz krampfhaft zuſammen. Aber noch war ſie nicht zu Ende, noch waren einige Worte zu ſagen, Worte von entſetzlicher Bedeutung: wer von ihnen ſollte der ver⸗ laſſene Gatte ſein? Blieb ſie zurück, was freilich das Bequemſte geweſen wäre— wenn ſie nemlich auf einen ſolchen Umſtand ein Gewicht gelegt hätte— ſo würde es auch ſie getroffen haben, nach den drei Jahren, welche das norwegiſche Geſetz als Wartezeit für den verlaſſenen Gatten beſtimmt, den Rechtsgang eröffnen und ihren Mann vor Gericht laden zu müſſen u. ſ. w. Mit dieſen Gedanken konnte ſich Marie durchaus nicht vertraut ma⸗ chen; es lag für ihr Gefühl als Gattin und Weib etwas au tief Verletzendes in dem Gedanken, daß ſie es ſein ſollte, die— nein, es war unmöglich! Lieber wollte ſie gehen und Leilern die Freiheit laſſen, nach ſeinem eige⸗ nen Gutdünken zu handeln.

„Was die Art betrifft,“ fuhr ſie nach einer peinli⸗ chen Pauſe fort,„ſo möchte, ſo wünſchte ich.

mir

trenn

rien die und ſamk

ſich und

erwi

dolp entſe

druc Ehe moc Hab bei

zum über