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man eigentlich bei einem ſolchen Vorhaben nicht den Segen deſſen anrufen ſollte, der in ſeiner Liebe das Band geknüpft hat, welches hier gelöst werden ſoll. Aber ich ſage doch: in Gottes Namen! möge es denn in einer guten Stunde geſchehen ſein, da es nicht anders ſein kann! Und jetzt, Madame Leiler, bitte ich Sie, mir heilig zu geloben, daß Sie mich als Ihren Freund, als ihren Bruder und Beſchützer annehmen wollen. So weit ich es vermag, werden Sie die dem Namen nach frei⸗ willige, aber in der That erzwungene Entſagung ſo wenig als möglich bereuen.“
Jetzt waren Mariens Kräfte erſchöpft. Als ſie ihre Hand in Blum's legte, antwortete ſie nur mit einigen
* ſtillen, einſamen Thränen und mit den kaum hörbaren Worten:„Jetzt iſt Alles vollendet; laſſen Sie mich in mein Zimmer zurückkehren.“ Blum führte ſie nach der Thüre; aber an der Schwelle kehrte ſie ſich noch einmal um, ihr Blick ſuchte Leilers. Bleich, ſtumm und von Gefühlen zerriſſen, die wahrlich nicht beneidenswerth waren, ſtand der Architekt unbeweglich ſtille mitten im Zimmer.„Lebe wohl, Rudolph, dieſer Augenblick iſt der letzte, wo wir einander ſehen! Du mußt zuerſt abreiſen — dann— ich. Gott ſegne Dich!“— Ihre Arme ſtreckten ſich nach ihm. Die Gefühle, die jetzt durch ihr Herz ſtürmten, betäubten alle andern.
„Marie, heldenmüthiges Weib! Von dieſem Augen⸗ blick an wirſt Du, obwohl wir uns auf ewig trennen, nächſt ihr das theuerſte Gut meines Herzens ſein. Ver⸗ zeih'’, o Marie, daß ich Deinen Werth zu ſpät kennen lernte!“— Leilers Arme umſchloſſen ſein zitterndes Weib. Mariens Kopf ruhte einige Augenblicke an ſei⸗ ner Bruſt, und in der Stunde des Abſchieds und der Trennung brannte der erſte warme Kuß auf ihren Lippen. Blum führte das erſchöpfte, hart geprüfte Weib nach ihrem Zimmer und kehrte dann zurück, um mit Leilern die nöthigen Vorbereitungen zu dem wichtigen Schritte zu verabreden, der jetzt vorgenommen werden ſollte.
math. und Leiler gewiſ er na


